Vorstand der DDL. Armin Rösl 2. von linksQuelle: © Deutsche Depressionsliga | 2. v. links Armin Rösl

Deutsche Depressionsliga behauptet: »Wir wissen, wie Antidepressiva wirken können, oder auch nicht« und hält weiter am wissenschaftlich widerlegten biochemischen Modell als Ursache für Depressionen fest.

Am 12.09.22 lief in der ARD der Dokumentarfilm Tabletten gegen Depressionen. Helfen Antidepressiva? »depression-heute.de« hat dazu einen lesenswerten Beitrag publiziert, der vom Stellv. Vorsitzenden der Selbsthilfeorganisation »Deutsche DepressionsLiga e. V. (DDL)« Armin Rösl kommentiert wurde. Herr Rösl sagt darin, dass die DDL wisse, wie Antidepressiva wirken oder auch nicht und hält dennoch am wissenschaftlich widerlegten biochemischen Modell als Ursache für Depressionen fest. Ich habe Herr Rösl um eine Stellungnahme zu seinem Kommentar gebeten.

Rösl schreibt außerdem, es wäre wichtig, auch die andere Seite zu hören. Er glaubt, dass sich die DDL von der anderen Selbsthilfeorganisation, der »Stiftung Deutsche Depressionshilfe (DDH)« unterscheidet. Ich belege in diesem Beitrag, das dies nicht stimmt.

Würden DDL und DDH ihrer Aufklärungspflicht nachkommen und Betroffene, die schlimme Erfahrungen mit der Einnahme und oder dem reduzieren und absetzen von Antidepressiva gemacht haben und noch immer machen, nicht weiter systematisch verleugnen und deren Leid ignorieren, dann würde eine andere Seite gehört werden!
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Hinweis: In diesem Beitrag wird die »Stiftung Deutsche Depressionshilfe« mit DDH und die »Deutsche Depressionsliga« mit DDL abgekürzt.

Hier der Kommentar von Herrn Rösl zum Beitrag von »depression-heute.de«:

Neben der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, die die therapeutische Meinung vertritt, gibt es noch die Expertise der Deutschen DepressionsLiga e.V., der einzigen bundesweit aktiven Betroffenenorganisation.

Bei allem Respekt vor der medizinischen Sicht der Dinge, wäre es bei Beiträgen wie diesem nicht nur gut, sondern die Pflicht, auch die Meinung der Betroffenenvertretung zu hören. Nicht nur in Form von Einzelschicksalen, sondern aus Sicht jener Organisation, die sich für Belange von Betroffenen einsetzt. Wir wissen, wie sich eine Depression anfühlt und wir wissen, wie Antidepressiva wirken können, oder auch nicht. Zu einer objektiven Berichterstattung wäre es wichtig, auch die andere Seite zu hören – nicht nur die Stiftung. Schade.

Hintergrund: DDH, DDL und das Bündnis gegen Depression

Die DDL gehört zum »Bündnis gegen Depression«. Das »Bündnis gegen Depression« ist eine Unterorganisation der DDH. Alle drei Organisationen sind eng miteinander verbunden. Auf regionaler Ebene arbeiten das »Bündnis gegen Depression« und die DDL eng zusammen.

Auf der Website der DDH steht dazu:

Das Deutsche Bündnis gegen Depression setzt sich auf lokaler Ebene für eine bessere Versorgung depressiv erkrankter Menschen ein. Unter dem Dach der »Stiftung Deutsche Depressionshilfe« verfolgt es das Ziel, die gesundheitliche Situation depressiv erkrankter Menschen zu verbessern, das Wissen über die Krankheit in der Bevölkerung zu erweitern, suizidalem Verhalten vorzubeugen. […]

Eng verbunden ist die »Stiftung Deutsche Depressionshilfe« mit der Betroffenenorganisation »Deutsche Depressionsliga e.V.«. Gemeinsam richten wir alle 2 Jahre den »Deutschen Patientenkongress Depression« aus.

Sucht man bei Google nach »Bündnis gegen Depression« wird einem zuerst die DDH und dann die /regionalen Verbände des Bündnis gegen Depression angezeigt.

Alle drei Organisationen empfehlen Antidepressiva zur Behandlung von Depressionen und

In der Doku vertritt der Begründer und 1. Vorsitzender der DDH Prof Ulrich Hegerl die Überzeugungen der DDH. Im Stiftungsrat sitzt u.a. Eckart von Hirschhausen, den ich auch um eine Stellungnahme gebeten hatte, ohne Antwort.

Schreiben an Dr. Eckart von Hirschhausen, Mitglied im Stiftungsrat der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, die Risiken, Nebenwirkungen und Abhängigkeitspotenzial von Antidepressiva verschweigt.


Die Deutsche Depressionsliga erhielt im Jahr 2021 Zuwendungen für verschiedene Projekte in Höhe von

1.000.805,90 Millionen Euro.

Kein einziges Projekt beschäftigt sich mit der Aufklärung über Antidepressiva oder den wirklichen Ursachen von Depressionen, wie sie im Bericht Understanding depression: Why adults experience depression and what can help im Kapitel 2 Why we get depressed? der »British Psychological Society« ausführlich erklärt werden und in dem der Fokus eindeutig auf psychosozialen Faktoren als Ursachen für Depressionen liegt.

Die Zuwendungen setzen sich zum größten Teil aus der Selbsthilfeförderung der gesetzlichen Krankenkassen und Zuwendungen von Wirtschaftsunternehmen zusammen:

Selbsthilfeförderung der gesetzlichen Krankenkassen

Selbtsauskunft über die Einnahmen von Wirtschaftsunternehmen

Nachfolgend mein Schreiben an Herrn Rösl:

Sehr geehrter Herr Rösl,

ich bin passives Mitglied der »DGSP (Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie)« sowie Begründer des erfolgreichen Infoportals »Raus aus der Psychopharmakafalle« (280.000 Seitenbesucher seit Gründung 2018), auf dem ich über die Risiken und Nebenwirkungen, das hohe Abhängigkeitspotenzial und das richtige Reduzieren und Absetzen von Antidepressiva mit der weltweit erfolgreichen Prozentmethode (auch 10%-Methode) aufkläre, die von Betroffenen in US-Foren entwickelt wurde und die nun auch wissenschaftlich durch die aktuelle Facharbeit Tapering of SSRI treatment to mitigate withdrawal symptoms (Absetzmethode zur Verminderung von Entzugssymptomen beim Reduzieren und Absetzen von SSRI-Antidepressiva) von Dr. Taylor und Dr. Horowitz als erfolgreich bestätigt wurde.

Dort wird die Prozentmethode als »hyperbolisches Absetzschema« bezeichnet. Dieses Absetzschema wird bereits seit Jahrzehnten erfolgreich beim Reduzieren und Absetzen von Benzodiazepinen eingesetzt.

Die Facharbeit kann hier kostenlos heruntergeladen werden und enthält detaillierte Absetzpläne für alle »SSRI-Antidepressiva« sowie eine Liste mit möglichen Entzugssymptomen (Anhang 1):

Absetzmethode zur Verminderung von Entzugssymptomen beim Reduzieren und Absetzen von SSRI-Antidepressiva (deutsch)

Einen empfehlenswerten Beitrag über die Arbeit von Dr. Horowitz hat der von mir wertgeschätzte Arzt Dr. Peter Ansari auf seinem Infoportal »depression-heute.de« publiziert:

Großbritannien hilft bei Abhängigkeit von Antidepressiva

Ich habe Ihren Kommentar zum Beitrag ARD-Doku Tabletten gegen Depressionen. Helfen Antidepressiva?(WDR 2022) von Dr. Peter Ansari von »depression-heute.de« über die in der ARD gezeigte Dokumentation Tabletten gegen Depressionen, helfen Antidepressiva? gelesen. Sie schreiben:

Neben der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, die die therapeutische Meinung vertritt, gibt es noch die Expertise der Deutschen DepressionsLiga e.V., der einzigen bundesweit aktiven Betroffenenorganisation.

Bei allem Respekt vor der medizinischen Sicht der Dinge, wäre es bei Beiträgen wie diesem nicht nur gut, sondern die Pflicht, auch die Meinung der Betroffenenvertretung zu hören. Nicht nur in Form von Einzelschicksalen, sondern aus Sicht jener Organisation, die sich für Belange von Betroffenen einsetzt. Wir wissen, wie sich eine Depression anfühlt und wir wissen, wie Antidepressiva wirken können, oder auch nicht. Zu einer objektiven Berichterstattung wäre es wichtig, auch die andere Seite zu hören – nicht nur die Stiftung. Schade.
Armin R«

Auf der Website der DDL steht unter dem Punkt Aktuelles – Studien und Umfragen:

Häufig erhalten wir eine Bitte um Veröffentlichung oder Weiterleitung einer Studie/Umfrage zu psychischen Erkrankungen. Wir kommen diesen Anliegen meistens nach, untenstehend finden Sie eine Auflistung der aktuellen Studienanfragen.

Erhebungen aller Art sorgen für eine bessere Aufklärung, wir freuen uns daher, wenn Sie daran teilnehmen!

Bei aller Wertschätzung Ihres großen Engagements bzgl. der Entstigmatisierung von Depressionen, empfinde ich es sehr befremdlich, dass sich keines der geförderten Projekte mit der Aufklärung über die wahren Ursachen von Depressionen und den Risiken und Nebenwirkungen von Antidepressiva beschäftigt.

Gerne hätte ich eine Stellungnahme von Ihnen bzw. der DDL zu Ihren Aussagen in Ihrem Kommentar und Antworten auf die Fragen am Ende des Beitrages. Bitte lesen Sie die beiden Beiträge, die ich bisher über die DDL publiziert habe:

Die Deutsche DepressionsLiga e.V. verharmlost in Ihrer aktuellen Broschüre SSRI-Antidepressiva

Die Deutsche DepressionsLiga e.V. verharmlost weiterhin die Risiken und Nebenwirkungen von Antidepressiva und mobbt andersdenkende Mitglieder

Vorwurf mangelnder Objektivität

Sie kritisieren, dass im Beitrag nicht auch die andere Seite gehört wurde.

Sie glauben sich von der DDH zu unterscheiden?

Nach sorgfältiger Prüfung der Websites und Broschüren der DDL und der DDH, kann ich beim besten Willen keinen nennenswerten Unterschied feststellen.

Die Ansichten und Überzeugungen bzgl. der Ursachen von Depressionen und deren (erfolgreichen) Behandlung mit Antidepressiva sind die gleichen.

Sie unterscheiden sich in den Kernaussagen gar nicht von der DDH.

Sie sind nicht die andere Seite, Herr Rösl, Sie gehören zur gleichen Seite.

Die wirklich andere Seite

Bevor ich das belege stimme ich Ihnen aber zu, das es eine andere Seite gibt,. Eine Seite, die wirklich nicht gehört wird, eine Seite, die dringend gehört werden muss, statt sie zu verleugnen und systematisch zu ignorieren, was DDL und DDH bisher tun. Diese Seite wurde in der Doku kurz gezeigt.

Diese Seite sind alle Betroffenen, die mit der Einnahme und oder dem Reduzieren und Absetzen von Antidepressiva schlimme Erfahrungen gemacht haben und machen, was von der DDL und DDH systematisch ignoriert wird und deren Leid geleugnet wird.

Ich gehöre zu dieser Seite, ich habe gut ein Dutzend gescheiterter Entzugsversuche von Fluoxetin (SSRI-Antidepressiva) in 10 Jahren hinter mir!

Körperliche Abhängigkeit von Antidepressiva

In der Doku wird eine Studie genannt, die festgestellt hat, dass Antidepressivaentzugssymptome in ihrer Häufigkeit, Dauer und Schwere bisher unterschätzt werden.

  • Bei durchschnittlich 56% der Probanden traten beim Reduzieren und Absetzen von Antidepressiva Entzugssymptome auf,[2]
  • bei 46% waren diese schwerwiegend.[3]

Jan Schlimme von der DGSP hat in Kooperation mit Peter Lehmann den Beitrag Absetzen von Antidepressiva und Neuroleptika: Überfällige ärztliche Hilfen über diese Metastudie geschrieben, der in der Ausgabe 12/2019 der Fachzeitschrift NeuroTransmitter des BVDN (Berufsverband deutscher Nervenärzte) erschienen ist.

Ich habe den Beitrag vollständig übernommen, mit Ausnahme des Abschnitts über Neuroleptika, da diese nicht Thematik dieses Beitrages sind:

Neue Studie zeigt: Häufigkeit, Dauer und Schwere von Antidepressivaentzugssymptomatik bisher unterschätzt

Die komplette Ausgabe des NeuroTransmitters 12/2019 gibt es hier als PDF (Beitrag ab Seite 18)

Prof Bschor sagt in der Doku dazu:

Das wissen um Absetzsymptome ist nicht so gut verbreitet bei den Ärzten und die Gefahr, das Absetzsymptome mit einer Wiederkehr der Depression verwechselt werden und deswegen wieder gesagt wird, das war zu früh mit dem absetzen sofort wieder nehmen, das ist sicherlich ein häufiges Phänomen in der Praxis mit dem wir es zu tun haben und das treibt mich gerade in den letzten Jahren stark um. Mit Blick auf die immer weiter ansteigenden Verordnungszahlen ist das vielleicht Ausdruck davon dass es schwer ist von Antidepressiva wieder wegzukommen das heißt es kommt immer nur neue Patienten oben drauf aber kaum einer kann wieder aufhören.

Die DGSP schreibt dazu in ihrem Positionspapier Annahmen und Fakten: Antidepressiva, in dem sie den allgemeinen Aussagen die wissenschaftlichen Fakten über Antidepressiva gegenüberstellt:

Wir wollen den alten Streit um die Begriffe Abhängigkeit und Entzug nicht weiter verfolgen. Es ist eindeutig, dass die Patienten körperliche Entzugserscheinungen beim Absetzen der Medikamente erleiden können. Hauptstreitpunkt der Debatte ist das nicht vorhandene drogensuchende Verhalten bei Nutzern von Antidepressiva. Ob dies eine Rechtfertigung für den Nichtgebrauch des Wortes Abhängigkeit darstellt, darf bezweifelt werden.

Bitte beachten Sie auch das Zusatzpapier hartnäckige dem Entzug folgende Beschwerden.

Ihre Aussagen im Kommentar

Ich komme nun zu Ihren Aussagen im Kommentar:

AUSSAGE: Wir Wissen, wie sich eine Depression anfühlt.

Daran habe ich keine Zweifel, aber wissen Sie auch wie sich ein Entzug von Antidepressiva nach der offiziellen Methode anfühlt? Besonders nach Langzeiteinnahme gehört der Entzug von Antidepressiva zu den schlimmsten Entzügen aller psychotropen Substanzen (auch Psychopharmaka sind psychotrope Substanzen und alle psychotrope Substanzen machen körperlich abhängig). Das liegt vor allem an dem breitem Spektrum und der Schwere von physischen und psychischen Entzugssymptomen und deren Dauer. Antidepressiva können nur sehr langsam reduziert und abgesetzt werden.

Richtiges reduzieren und absetzen von Antidepressiva (sanfter Entzug)

Hier hat sich weltweit die bereits erwähnte 10%-Methode (hyperbolisches Absetzschema) bewährt. Bitte lesen Sie den Beitrag dazu und sagen Sie mir, warum Sie diese wichtigen Informationen auch nicht für belang für Menschen halten, die ihr Antidepressiva absetzen wollen?

In England hat das »Royal College of Psychiatrists« (Verband der Psychiater) die wichtige Patienteninformation Stopping Antidepressants publiziert:

Antidepressiva absetzen – Patienteninformation des Royal College of Psychiatrists (deutsch)

Diese Patienteninformationen wurden von der »NICE (National Institute for Health and Care Excellence)« , die die Behandlungsleitlinien für Depressionen in England erstellt direkt in die Zusatzlinie Medicines associated with dependence or withdrawal symptoms: safe prescribing and withdrawal management for adults übernommen. In der deutschen Behandlungsleitlinie für Depressionen gibt es keine Informationen darüber, wie man Antidepressiva richtig reduziert und absetzt.

In den englischen Behandlungsleitlinien für Depressionen kommt das biochemische Modell als Ursache für Depressionen nicht mehr vor, da es wissenschaftlich widerlegt wurde.

Überdosierung von SSRI-Antidepressiva

Die wissenschaftliche Arbeit von Dr. Horowitz hat auch gezeigt, dass SSRI/SNRI-Antidepressiva in der Regel überdosiert verschrieben werden. Diese Medikamente sind schon in geringen Mengen hochpotent, was nichts mit der Wirkung zu tun hat sondern mit der Beeinflussung der Belegung der Rezeptoren der Serotonin-Transporter (SERT) durch Antidepressiva. Die in den Beipackzetteln empfohlenen Dosen sind um das bis zu dreifache zu hoch.

Es macht bzgl. der SERT-Belegung kaum einen Unterschied, ob man 20 mg (80,5%), 40 mg (85,9 %) oder 60 mg (87,8%) Citalopram (SSRI) einnimmt (siehe Abbildung). Es macht aber einen gewaltigen Unterschied ob man 20 mg, 40 mg oder 60 mg Citalopram nach der empfohlenen und weltweit bewährten Prozentmethode reduzieren muss.

Bei einer Reduzierung alle 4 Wochen sind das bei einer im Beipackzettel empfohlenen Standarddosis von 20 mg Citalopram ca 32 Wochen (7 Monate), bei einer empfohlenen Reduzierung alle 8 Wochen sind es bereits 64 Wochen (14 Monate). Da Entzugssymptome auch noch Wochen verzögert auftreten können wird empfohlen alle 6 bis 8 Wochen zu reduzieren. Gerade im unteren Bereich, wenn die meisten SERT-Rezeptoren frei werden ist der Entzug besonders schwer. Während dem Reduzieren hat man mehr oder weniger starke physische und psychische Entzugssymptome, die so stark sein können, das man nicht mehr arbeitsfähig ist oder auch zum Pflegefall werden kann!

Das hyperbolische Absetzschema für Citalopram sähe z.B. so aus.

Tabelle: Herleitung der SERT-Belegung durch Citalopram-Dosen, berechnet nach der Michaelis-Menten-Gleichung der Enzymreaktion

Tabelle 2: Herleitung der SERT-Belegung durch Citalopram-Dosen, berechnet nach der Michaelis-Menten-Gleichung der Enzymreaktion
Die SERT-Belegung wurde berechnet nach der Michaelis-Menten-Gleichung der Enzymreaktion, abgeleitet von Meyer et al. Gezeigt werden übliche klinische Dosen, die einer 10 % Minderung der SERT-Hemmung entsprechen. Diese Dosen können durch eine Kombination von Tabletten und Flüssigpräparaten erzielt werden. Weitere Anpassungen können notwendig sein. SERT = Serotonin-Transporter.

Bei der offiziellen Methode teilt man die Dosis alle 4 Wochen einfach bis zur im Beipackzettel angegebenen Minimaldosis, von der man dann auf 0 geht. Das führt zu einer viel zu schnellen Freigabe der durch das SSRI belegten Serotoninrezeptoren. Das Gehirn kommt nicht hinter her, um das nötige biochemische Gleichgewicht und die Homöostase wieder herzustellen, die Folge sind starke physische und psychische Entzugssymptome.

Bei der Minimaldosis von 10 mg sind je nach SSRI noch 50 bis 60 % der Rezeptoren belegt.

Das zentrale Nervensystem ist sehr empfindlich und reagiert auf kleinste Veränderungen der Dosis von Antidepressiva mit starker Entzugssymptomatik.

Ich konnte auf der Website der DDL KEINE Informationen zum richtigen reduzieren und absetzen von Antidepressiva finden, das ist für die DDL offenbar nicht von belang Es wird noch nicht einmal auf das »SSRI-Absetzsyndrom« hingewiesen, das keineswegs nur wenige Tage oder Wochen dauert, wie es im Beipackzettel steht.

Entzug oder Entgiftung?

Es gibt unter Ärzten und Betroffenen ein häufiges Missverständnis. Viele glauben, dass der Entzug mit dem Schritt auf 0 (mg) endet. Das ist in den meisten Fällen nicht so. Korrekt müsste man von Entgiftung sprechen bis zum Schritt auf 0. Der Entzug beginnt häufig während der Entgiftung und dauert über die Entgiftung längere Zeit an, da sich das Gehirn erst wieder vollständig remodellieren muss.

Niemand kann sagen, wie lange der Entzug anhält. Man sagt, je länger die Einnahme und je höher die Dosis umso länger und schwerer der Entzug. Wir sind Individuen und jeder von uns hat ein einzigartiges Gehirn, keins gleicht einem anderen und so ist auch jeder Entzug von Psychopharmaka einzigartig, keiner gleicht einem anderen.

Ich habe zwei erfolgreiche Benzoentzüge hinter mir, die die Hölle waren, aber dieses SSRI loszuwerden, dagegen waren die Benzoentzüge leicht.

AUSSAGE: Wir wissen, wie Antidepressiva wirken können, oder auch nicht.

Nein, bei allem Respekt, aber das wissen Sie nicht! Wenn Sie das wirklich wüssten, dann müssten Sie endlich aufhören weiter das wissenschaftlich widerlegte biochemische Modell als Ursache für Depressionen zu propagieren.

Wenn die Deutsche Depressionsliga e.V. wüsste, wie Antidepressiva wirken können oder auch nicht, dann müsste die DDL kommunizieren, dass

  • Antidepressiva eine pharmakologische Wirkung von nur 20% haben, also nur bei jedem 5. wirken, der Rest ist der »Placeboeffekt«
  • Antidepressiva ein erhöhtes Suizidrisiko haben auch für Erwachsene,
  • Antidepressiva Nebenwirkungen haben, die auch nach dem Absetzen bestehen bleiben können, wie eine vollständige Impotenz
  • Antidepressiva ein erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen wie Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen haben,
  • Antidepressiva nur kurze Zeit eingenommen werden sollten (Prof Bschor empfiehlt max. 1 Jahr), da Antidepressiva körperlich abhängig machen können,
  • das Antidepressivaentzugssyptome laut einer Übersichtsstudie bisher in ihrer Häufigkeit, Dauer und Schwere unterschätzt werde. Laut der Studie traten bei 56 % der Probanden Entzugssymptome auf und bei 46% davon schwerwiegend waren.

Unterscheidung DDL und DDL

Aus Ihrem Kommentar schlussfolgere ich, das Sie wirklich glauben sich von der DDH zu unterscheiden. Das tut die DDL, was die Ansichten, Überzeugungen bzgl. der Ursachen von Depressionen und deren Behandlung mit Antidepressiva betrifft gar nicht!

Auch Sie halten an dem längst wissenschaftlich widerlegten biochemischen Modell als Ursache für Depressionen fest. Auf der Website der DDL steht:

Antidepressiva scheinen auf sogenannte Botenstoffe (z.B. Serotonin, Dopamin, Noradrenalin u.a.) einzuwirken. Mit Hilfe dieser Botenstoffe werden Nervenimpulse zu anderen Nerven weitergeleitet. Wenn der Stoffwechsel gestört ist, weil beispielsweise bestimmte Botenstoffe nur in ungenügender Menge zur Verfügung stehen, können Signale nicht mehr richtig über die Nerven weitergeleitet werden, wodurch es zu entsprechenden psychischen Störungen kommt. Die verschiedenen Antidepressiva unterscheiden sich hinsichtlich des jeweils zu „korrigierenden“ Botenstoffes, wodurch einerseits die verschiedenartigen Nebenwirkungen der jeweiligen Medikamente begründet sind.

Bei der DDH steht:

Neben psychosozialen Auslösern gibt es auch immer körperliche Ursachen für das Entstehen einer Depression […] Als Auslöser können aktuelle Veränderungen in den Stresshormonen oder Ungleichgewichte in anderen Botenstoffen im Gehirn wirken. Durch eine medikamentöse Behandlung mit Antidepressiva kann direkt auf diese neurobiologischen Ungleichgewichte eingewirkt werden.

Prof Bschor sagt dazu in der Doku:

Viele Ärzte sagen dazu ja ich weiß dass das gar nicht so richtig stimmt und das es Zweifel daran gibt aber man merkt dass sie damit hadern zum Teil und sich ungern von dieser einfachen Erklärung verabschieden.

Tatsächlich ist es sogar so, dass Antidepressiva mit Dauer der Einnahme den Serotoninspiegel im Körper stark senken, das kann man messen durch eine Laboruntersuchung. Den Serotoninspiegel im Gehirn kann man gar nicht messen. Das meiste Serotonin wird ohnehin im Körper produziert (95 %) und nur 5 % im Gehirn. Es ist wichtig, zu wissen, was die (neuro)biologischen Funktionen von Serotonin im menschlichen Organismus sind und wie Antidepressiva den Serotoninspiegel im Körper stark negativ beeinflussen und zu einem sogenannten »Serotonin-Defizit-Syndrom« führen können:

Das »Serotonin-Defizit-Syndrom«: Wie »SSRI/SNRI-Antidepressiva« den Serotoningehalt im menschlichen Körper negativ beeinflussen

Ursachen für Depressionen

Was die Ursachen für Depressionen angeht, hat der Bericht Understanding depression: Why adults experience depression and what can help der »British Psychological Society« sich vollständig vom wissenschaftlich widerlegten biochemischen Modell entfernt und sieht die Ursachen in psychosozialen Faktoren. Im Bericht werden diese im Kapitel 2 Why we get depressed? ausführlich erklärt. Dort steht über das biochemische Modell:

Gehirnchemikalien (Neurotransmitter)

Neurotransmitter sind chemische Botenstoffe in unserem Gehirn und unserem zentralen Nervensystem. Viele Menschen gehen davon aus, dass Depressionen durch ein Ungleichgewicht dieser chemischen Stoffe verursacht werden. Aus offensichtlichen Gründen liegt es im Interesse der Pharmaunternehmen, diese Vorstellung zu fördern. Auf der Website eines Unternehmens heißt es:

Klinische Depression ist ein ernstes medizinisches Leiden, das vermutlich durch ein Ungleichgewicht von chemischen Stoffen, den so genannten Neurotransmittern, verursacht wird149

Obwohl in den Medien oft unkritisch berichtet wird, wird diese Ansicht derzeit nicht durch Beweise gestützt. 150,151,152

Viele neurologische und biochemische Pfade im Gehirn sind wahrscheinlich an Erfahrungen wie schlechter Stimmung oder Selbstmordgedanken beteiligt. Wie wir bereits erörtert haben, ist dies jedoch auch bei allen anderen menschlichen Erfahrungen der Fall. Unsere Gehirnchemie ist anders, wenn wir glücklich oder verliebt sind, wenn wir uns langweilen, gereizt oder traurig sind, oder wenn wir ein Gesicht oder einen Baum betrachten.

Die unzweifelhafte Existenz biologischer Aspekte bei allen menschlichen Erfahrungen, einschließlich Niedergeschlagenheit und Verzweiflung, sagt nichts über ihre Ursachen aus und rechtfertigt nicht, sie als Hirnleistungsstörungen einzustufen.

Die Rolle von Serotonin

Ein Neurotransmitter namens Serotonin ist an einer Reihe von Prozessen in unserem Körper beteiligt, auch im Gehirn. 153,154 Serotonin überträgt Botschaften zwischen Nervenzellen und wird in der Regel, sobald es seine Aufgabe erfüllt hat, von der Nervenzelle wieder resorbiert.(genannt Wiederaufnahme). Im Laufe der Jahre gab es ein großes Medieninteresse an Medikamenten, die als selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) bekannt sind, darunter Fluoxetin (häufig unter dem Markennamen Prozac bekannt) und Paroxetin (häufig unter dem Markennamen Seroxat bekannt). Diese Medikamente erhöhen die Verfügbarkeit von Serotonin im Gehirn, indem sie die natürlichen biologischen Mechanismen blockieren, die andernfalls eine Wiederaufnahme verursachen würden.

Trotz umfangreicher Forschungsarbeiten gibt es jedoch keine Beweise dafür, dass eine Anomalie im Serotonin eine Depression verursacht oder dass bestimmte Menschen genetisch prädisponiert sind, zu wenig Serotonin zu produzieren und deshalb Depressionen zu bekommen. 155

Es ist möglich, dass jede Veränderung des Serotoninspiegels ein körperliches Zeichen dafür ist, dass jemand unter Stress gestanden hat. Es ist bekannt, dass eine langfristige Belastung mit dem Stresshormon Cortisol mit einem verringerten Serotoninspiegel einhergeht. 156,157

Fussnoten:
149 https://www.zenithpharmabd.com/en/about/what-we-do/biomedicines/depression.html
150 https://joannamoncrieff.com/2014/05/01/the-chemical-imbalance-theory-of-depression-still-promotedbut-still-unfounded/
151 https://www.madinamerica.com/2015/04/psychiatrists-still-promoting-low-serotonin-theory-depression/
152 https://cepuk.org/unrecognised-facts/myth-of-the-chemical-imbalance/
153 Jacobs, B.L. (2004). Depression: The brain finally gets into the act. Current Directions in Psychological Science, 13, 103–106.
154 Eisch, A.J. & Petrik, D. (2012). Depression and hippocampal neurogenesis: A road tremission? Science, 338, 72–75.
155 Dubovsky, S.L., Davies, R. & Dubovsky, A.N. (2001). Mood disorders. In R.E. Hales & S.C. Yudovsky (Eds.) Textbook of clinical psychiatry. Washington, DC: American Psychiatric Association.
156 LeDoux, J. (2002). Synaptic self: How our brains become who we are. London: Penguin.
157 Danese, A., Moffitt, T.E., Harrington, H. et al.(2009). childhood experiences and adult risk factors for age-related disease: depression, inflammation and clustering of metabolic risk markers. Arch Pediatr Adolesc Med., 163(12):1135. doi:10.1001/ archpediatrics.2009.214

Bewertung von Medikamenten: Die Nutzen-Risiken-Analyse

Für mich ist bei der Bewertung eines Medikamentes stets das Nutzen-Risiken-Verhältnis wichtig. Bei sorgfältiger Abwägung des genannten Nutzens und der genannten Risiken von SSRI/SNRI- Antidepressiva steht dies in keinem verantwortbaren Bereich, da die Risiken den Nutzen bei weitem übertreffen.

Wenn der Hersteller des SSRI Paroxetin GlaxoSmith&Kline bei der Zulassungsstudie für Paroxetin der Behörde nicht verheimlicht hätte, dass es während dieser Studie zu über 20 Suiziden und mehr als 40 Suizidversuchen unter den Probanden gab, dann wäre Paroxetin niemals zugelassen worden und auch kein anderes SSRI/SNRI, da alle auf die gleiche Weise Wirken.

Wer wirklich wahrheitsgemäß aufklärt: Die wertvolle Arbeit der Absetzforen und Facebook-Absetzgruppen von Betroffenen für Betroffene

Die größte Aufklärungsarbeit leisten Absetzforen und Facebook-Absetzgruppen die von Betroffenen geleitet werden. Das größte deutschsprachige Internetforum ist das ehemalige Antidepressiva Forum Deutschland (kurz ADFD, mit ca. 15.000 Mitgliedern). Dazu gibt es zahlreiche Facebook-Absetzgruppen (1.500 bis 3.000 Mitglieder). Dort findet man zahlreiche übersetzte Studien und Fachartikel und wird persönlich kompetent und verständnisvoll beraten und betreut. Leider ist das ADFD vollkommen überlastet, es werden immer wieder über Monate andauernde Aufnahmestopps für neue Mitglieder verhängt. In der Regel arbeiten dort nicht mehr als 5 Personen, die das tun, diese sind vollkommen überlastet, weil das, was Prof Bschor befürchtet wahr ist, es gibt immer mehr Betroffene und das ADFD kann diese Flut von Anfragen nicht mehr bewältigen!

Mehrere Jahre habe auch ich diese Aufgabe sowohl im ADFD als auch in mehreren Facebook-Absetzgruppen übernommen. Irgendwann wurde es zu viel, niemand kann diese Arbeit lange machen!

Auf dem neuesten Stand der Wissenschaften beraten US-Foren, wie survivingantidepressants.org und Organisationen wie »Mad in America«, die eng zusammenarbeiten. Wir beziehen unsere Erkenntnisse und Wissen zum größten Teil von dort. Das hat einen einfachen Grund:

Die USA ist uns in allem etwa 10 Jahre voraus, d.h. die Problematik der Antidepressiva ist dort schon 10 Jahre länger bekannt, die Medikamente kommen 10 Jahre früher auf den Markt. In diesen Foren wurde die Prozentmethode entwickelt und es gibt auch schon Erfolgsgeschichten von Betroffenen, die einen Langzeitentzug geschafft haben.

Diese Erfahrungen liefern wichtige Informationen über die Folgen einer Langzeiteinnahme von Antidepressiva, dazu gibt es bisher keine Studien, alle Studien gehen maximal 1 Jahr. Dank der Aufklärung durch die US-Foren und Mad in America findet in den USA bereits ein Umdenken statt, was die Verordnung von Antidepressiva angeht sowie die bisher unterschätzten Risiken bei gleichzeitig geringer Wirkung.

Die Geschichten, die ich während meiner Arbeit in den Foren und Facebook-Absetzgruppen erfahre sind stets die gleichen, es wurde bei Verordnung nicht aufgeklärt und Ärzte rieten dazu das Antidepressiva ein Leben lang zu nehmen, das sei wie bei einem Diabetiker, der muss auch Insulin ein Leben lang einnehmen. Dieser Vergleich ist falsch, Diabetes, die auch durch die Langzeiteinnahme von Antidepressiva verursacht werden kann, ist eine körperliche Erkrankung, eine Depression ist entweder eine psychische Erkrankung oder Symptom anderer meist potenziell tödlicher Erkrankungen wie Krebs.

Auch Mein Infoportal hat Relevanz. Seit Gründung 2018 hat es ca. 280.000 Seitenbesucher. Im letzten Monat waren es ca 2.900 und damit 10% mehr als im Vormonat.

Diese Zahlen zeigen, dass es großen Informationsbedarf bei Patienten gibt, die Antidepressiva einnehmen bzw. reduzieren und absetzen wollen. Sie zeigen auch, dass Patienten keine Antworten auf ihre Fragen finden, wo sie diese erwartet haben zu finden, bei den Selbsthilfeorganisationen für Menschen mit Depressionen, wie der DDH und DDL.

Da es die Überzeugung aller Selbsthilfeorganisationen ist, dass Antidepressiva gut wirksame und harmlose Medikamente sind, die nicht körperlich abhängig machen, die Persönlichkeit nicht verändern und leicht abzusetzen sind, können Betroffene diese Informationen dort auch gar nicht finden.

Wir machen IHRE Arbeit!

Ärzte und Psychiater klären nicht auf

Falls die DDL glaubt nicht aufklären zu müssen, weil dies Aufgabe der Ärzte ist, muss ich Ihnen leider sagen, dass dies nur äußerst selten getan wird und die Begründung dafür ist einfach:

In einem Interview mit Mad in America sagt Dr.Horowitz:

Ich hatte noch nie etwas über Entzugserscheinungen bei Antidepressiva gehört, weder im Medizinstudium noch in meiner Psychiatrieausbildung.

Ich denke, wenn ich das Entzugssyndrom nicht erlebt hätte, wäre ich sehr skeptisch gewesen. Ich denke, wenn ein Patient zu mir gekommen wäre (bevor ich es erlebt hatte) und gesagt hätte, dass er echte Probleme hätte, ein Antidepressivum abzusetzen, wäre ich wahrscheinlich geneigt gewesen, ihm nicht zu glauben. Ich schätze, das liegt daran, dass ich Antidepressiva aufgrund meines Medizinstudiums und meiner Ausbildung so verstanden habe, dass es sich um relativ harmlose Substanzen handelt, die einigermaßen wirksam sind. Und so habe ich sie auch immer betrachtet. Wenn man mir also gesagt hätte, dass diese als harmlos bezeichneten Substanzen so schwerwiegende Probleme mit sich bringen, wäre ich skeptisch gewesen. Und ich denke, das ist einer der Gründe für die Skepsis der Ärzte gegenüber diesen Substanzen.

Hier kann das gesamte Interview in deutscher Sprache gelesen werden, ich habe es mit Erlaubnis von Dr. Horowitz und Peter Simons übersetzen und veröffentlichen dürfen:

Peer-Support-Gruppen hatten Recht, Leitlinien waren falsch: Dr. Mark Horowitz über das Absetzen von Antidepressiva

Wenn Ärzte und Psychiater nicht aufklären und Selbsthilfeorganisationen wie die DDH und DDL nicht aufklären, lassen sie Patienten ins offene Messer eines potenziell schlimmen Langzeitentzuges laufen. Viele dieser Langzeitbetroffenen tauchen dann in den Absetzforen und Facebook-Absetzgruppen auf.

Es ist entscheidend, das beim Reduzieren und Absetzen von Antidepressiva von Anfang an alles richtig gemacht wird, da es ansonsten zu paradoxen Effekten kommen kann, wie im Beitrag Psychopharmaka erfolgreich reduzieren und absetzen mit der 10 %-Methode

Das mindeste, was die DDL tun könnte, wäre die Facharbeit mit den konkreten Absetzplänen für die SSRI-Antidepressiva zu publizieren, damit Patienten wissen, wie sie richtig Antidepressiva reduzieren und absetzen, denn Ärzte und Psychiater wissen es selten!

Dr. Horowitz ist selbst Betroffener und versucht seit Jahren ein SSRI abzusetzen, das war die Motivation zu forschen und diesen bedeutenden Fachartikel zu schreiben und zu publizieren. Seit einigen Monaten leitet er eine ambulante Sprechstunde zum richtigen reduzieren und absetzen von Antidepressiva. Patienten werden solange betreut, bis das Antidepressivum so sanft wie möglich abgesetzt ist, was mehrere Jahre dauern kann. Die Kosten werden vom National Health Service vollständig übernommen. Es sind bereits weitere solche Ambulanzen eingerichtet und neue sollen folgen. Die Charité Berlin hat eine ambulante Spezialsprechstunde »Begleitetes Absetzen von Psychopharmaka«.

DDH und DDL vertreten NICHT die Interessen von ALLEN Menschen mit Depressionen

AUSSAGE: […]  wäre es bei Beiträgen wie diesem nicht nur gut, sondern die Pflicht, auch die Meinung der Betroffenenvertretung zu hören. Nicht nur in Form von Einzelschicksalen, sondern aus Sicht jener Organisation, die sich für Belange von Betroffenen einsetzt.

Sie schreiben im Kommentar, dass Sie sich für die Belange von Betroffenen einsetzen. Tun Sie das wirklich, wenn Sie Betroffenen all diese wichtigen wissenschaftlich erwiesenen Erkenntnisse vorenthalten?

Es hat mich damals irritiert und es irritiert mich heute, dass die DDH und die DDL für sich in Anspruch nehmen die Interessen ALLER Menschen mit Depressionen in der Öffentlichkeit und gegenüber der Gesundheitspolitik zu vertreten.

Das tun sie leider nicht, solange sie uns Betroffene weiter systematisch ignorieren, es sei denn wir Betroffenen haben nach Ansicht der Deutschen Depressionsliga gar keine Depressionen, was ebenfalls irritierend wäre, denn wieso haben Psychiater und Ärzte uns wie vielen anderen auch nach Feststellung einer Depression Antidepressiva verordnet?

Hören Sie bitte damit auf, zu behaupten, die DDL würde die Interessen ALLER Menschen mit Depressionen vertreten! Das tut die DDL nicht!

Öffentliche Meinung vs veröffentlichte Meinung

Dazu müsste sich die DDL gegen die falschen Annahmen der Pharmahersteller bzgl. der Ursachen von Depressionen und den Risiken und Nebenwirkungen von Antidepressiva stellen. Stattdessen verbreiten DDL und DDH die falschen Annahmen der Pharmahersteller und propagieren diese als wissenschaftlich erwiesen.

Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe und die Deutsche Depressionsliga bestimmen in der Öffentlichkeit die Meinung und Annahmen bzgl. der Ursachen von Depressionen und deren Behandlung mit Antidepressiva. Sie sind das Sprachrohr der Pharmahersteller. Dann heißt es, es ist doch allgemein bekannt, dass  […] 

Tatsächlich ist dies aber nicht die öffentliche Meinung der Bevölkerung sondern die veröffentlichte Meinung der Überzeugungen und Annahmen der Pharmahersteller, auch so konnte sich jahrzehntelang die Mär vom biochemischen Ungleichgewicht als Hauptursache für Depressionen halten.

Die »Serotoninthese« steht in jedem Fachbuch über Depressionen, es wird so im Medizinstudium und in der Ausbildung zum Psychiater gelehrt und Patienten als Erklärungsmodell für Depressionen in den Psychiatrien und ambulanten Praxen von Psychiatern vermittelt.

Davon profitieren beide: Der Arzt hat endlich ein Medikament, der Patient ist erleichtert, dass er nicht verrückt ist sondern ihm nur ein wenig Serotonin fehlt.

Wichtig: Ich unterstelle keinem Arzt oder Psychiater eine Absicht ihren Patienten schaden zu wollen, wenn sie Antidepressiva verschreiben in dem Wunsch ihren über Jahre und Jahrzehnte leidenden Patienten endlich schnell und ohne langwierige Psychotherapie helfen zu wollen. Es fehlt das notwendige Wissen! Was man ihnen vorwerfen kann, ist dass sie es wissen könnten, sie aber blind den Versprechungen der Pharmahersteller vertraut haben und die Behandlung nie hinterfragt haben.

Das traurige daran ist, dass die DDL und die DDH über all das aufklären könnten, wenn sie wollten. Den Einfluss haben beide.

Warum tun sie das nicht?

Offensichtliche Korruption und Lobbyismus bei der Stiftung Deutsche Depressionshilfe

Bei der Stiftung Deutsche Depressionshilfe ist es offensichtlich, Prof Hegerl hält Vorträge und berät die Pharmahersteller in Gremien und bekommt dafür Honorare im 4-stelligen Bereich. In der Doku wird er damit konfrontiert. IV steht für Interviewer.

IV: Ihre Meinung die gilt ja was, es gibt Menschen, die richten sich nach dem was sie sagen.

Hegerl: Ja hoffe ich natürlich. Das ist meine Hoffnung, das die Leute hören was wir sagen, ist ja klar. Ich sage ja nichts falsches.

IV: verbietet eine solche einflussreiche Tätigkeit es nicht Honorare von Pharmaunternehmen entgegen zu nehmen?

Hegerl: Wann habe ich denn zuletzt Honorare bekommen?

IV: 2021 in einer Arbeit von Ihnen steht drunter within the last 3 years Ulrich Hegerl was Advisory Board Member of Janssen and speaker of Servier and MEDICE

Hegerl: Ich habe die komfortable Situation, dass ich davon überhaupt nicht abhängig bin und das ist vielleicht mal ein Vortrag gewesen wo es mal 500 Euro gegeben hat, das ist eine ganz geringe Summe, die ich da bekommen habe.

IV: Aber es geht durch die Jahre durch, ich habe das hier von 2013, 2017 bis 2021. Immer wieder verschiedene Pharmaunternehmen für die sie tätig sind. Verbietet sich das nicht dass parallel zu dem zu machen, was sie gerade tun, nämlich ja auch ein Sprachrohr zu sein?

Hegerl: Ich bin ja auch Professor an der Uni, wir machen jetzt auch Forschung und die Forschung im Bereich der Antidepressiva wird eben überwiegend auch durch die Industrie betrieben und da gibt es auch Kooperationen, da kann man sich jetzt auch nicht verschließen.

IV: Aber sie persönlich nehmen die Gelder an.
Hegerl: Ich hab in den letzten 3 Jahren keinen Pfennig angenommen.

IV: Das ist von 2021!

Hegerl: Ja aber da stand in den letzten drei Jahren. Ich habe in den letzten drei Jahren, müsste noch mal nach schauen, aber ich denke keine Gelder angenommen. Ich hab da keinen Interessenskonflikt.

Prof Hegerl widerspricht sich selbst!

In der Doku wird angemerkt:

Unter einer Forschungsarbeit von 2022, an der Hegerl mitgearbeitet hat steht: Ullrich Hegerl hat angegeben außerhalb und unabhängig von der eingereichten Arbeit persönliche Honorare von Janssen pharmaceutica, Servier, Bayer Pharma und MEDICE erhalten zu haben.

Sowohl die DDL als auch die DDH haben in ihren Satzungen stehen pharmaunabhängig zu sein.

Herr Rösl: Ist das, was Prof Hegerl da macht für Sie noch pharmaunabhängig? Mit so jemanden arbeitet die DDL zusammen? Bitte lesen Sie meine Korrespondenz mit Prof Hegerl:

Die Selbsthilfe-Organisation »Stiftung Deutsche Depressionshilfe« verschweigt in ihren Publikationen die Risiken und Nebenwirkungen durch SSRI-Antidepressiva

Da stellt sich die Frage: Wessen Interessen vertritt die DDL, wenn sie die selben falschen Annahmen verbreitet oder ist die DDL borniert? Wenn ich lese, das ihr Schirmherr Torsten Sträter für die Entstigmatisierung von Antidepressiva ist, trifft wohl beides zu!

Ich hatte ihn angeschrieben und um eine Stellungnahme gebeten, leider aber keine Antwort erhalten.

Der neue Schirmherr der Deutschen DepressionsLiga Torsten Sträter nennt Antidepressiva Segensbringer und fordert eine Entstigmatisierung dieser Medikamente

Ein Commitment abgeben

Hand aufs Herz Herr Rösl! Wäre die Deutsche Depressionsliga bereit die Fragen von Dr. Ansari wahrheitsgemäß zu beantworten?

Wäre die Deutsche Depressionsliga bereit auf uns Betroffene zuzugehen, mit uns zu reden und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, damit es nicht, wie Prof Bschor zu Recht befürchtet, immer mehr von uns gibt?

Die Deutsche Depressionsliga sagt: Erhebungen aller Art sorgen für eine bessere Aufklärung. Dem stimme ich vollkommen zu und da nehme ich Sie beim Wort.

Wären Sie bereit die wichtigsten Studien und Fachartikel über die Ursachen von Depressionen und über die Risiken und Nebenwirkungen sowie die schlechte pharmakologische Wirkung von Antidepressiva zu veröffentlichen, die ich Ihnen gerne zusende? Sie können diese auch hier herunterladen:

Studien und Publikationen zum Download

Nennen Sie mir bitte einen Grund, warum die DDL all diese wichtigen Informationen und wissenschaftliche Erkenntnisse über Antidepressiva und die Ursachen von Depressionen nicht auf ihrer Website und in den Broschüren kommuniziert oder sind diese Ihrer Meinung nach nicht von belang für Menschen mit Depressionen?

Ich hatte auch die Stiftung Deutsche Depressionshilfe darum gebeten das zu tun, ohne Erfolg. Für die DDH existieren wir Betroffene gar nicht!

Hat die Deutsche Depressionsliga irgendetwas davon getan?

Wird die Deutsche Depressionsliga irgendetwas davon tun?

Ich denke nicht! Es macht keinen Unterschied ob die DDH oder die DDL sich dazu äußern!

Es gibt ein passendes Sprichwort dazu:

Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen!

Wenn die DDL sich wirklich von der DDH unterscheiden möchte, dann kann die DDL das ganz einfach tun, sie müsste aufhören die falschen Annahmen der Pharmahersteller zu verbreiten und anfangen wahrheitsgemäß aufzuklären. Dazu braucht es Courage und die konnte ich bisher weder bei der DDH noch bei der DDL erkennen.

Was ich mir wünsche

Der Neurobiologe Gerald Hüther schreibt in seinem Buch Würde: Was uns stark macht – als Einzelne und als Gesellschaft, dass wenn man einen Menschen, eine Gemeinschaft, eine Ethnie, eine Minderheit diskriminiert, ausschließt, verleugnet und ignoriert, weil diese nicht die gleiche Hautfarbe, Religion, politische Überzeugung haben und nicht in das eigene Weltbild passen, man diese zu Objekten der eigenen Begierden, Wünschen, Vorstellungen, Wahrnehmungen und Überzeugungen macht, ihnen die Würde nimmt!

Jeder Mensch möchte gesehen und gehört werden.

Wir Betroffenen wollen von der DDL in unserer Verzweiflung und unserem großen Leid gesehen und gehört werden! Gerade weil wir eine Minderheit sind, wäre das wichtig, denn die Aufgabe einer Demokratie ist neben Mehrheiten zu bilden, Minderheiten zu schützen. Die DDL und DDH sind demnach keine demokratischen Organisationen.

Verbindliche Aufklärung vor Verordnung

Wir brauchen eine verbindliche Aufklärung über Nutzen und Risiken bei Verordnung von Antidepressiva. Verbindlich bedeutet, das der Patient per Unterschrift bestätigen muss, dass er von einem Psychiater aufgeklärt wurde, der Psychiater in gleicher Weise, dass er aufgeklärt hat, wie es z.B. vor einer OP oder einem medizinischen Eingriff wie einer Magenspiegelung der Fall ist. Der Patient kann dann frei entscheiden, ob er eine solche Behandlung möchte oder nicht, auch dies würde schriftlich per Unterschrift bestätigt werden.

Die Aufklärung erfolgt anhand eines Aufklärungs- und Fragebogens sowie einer Anamnese (Gespräch über Krankenvorgeschichte). Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, was in einem solchen Aufklärungsbogen stehen müsste:

Meine erwünschten Voraussetzung vor Verordnung von Antidepressiva

Ich wünsche mir auch, dass es in Deutschland Ambulanzen gibt, die Betroffene beim reduzieren und absetzen von Antidepressiva beraten und betreuen. England ist uns da weit voraus und ich hoffe, dass sich das schnell ändert, im Namen aller Betroffenen! Dieses Leid ist überflüssig, es müsste es nicht geben, wenn wahrheitsgemäß aufgeklärt würde!

Ich erwarte die Stellungnahme binnen einer Woche.

Antwort von Herr Rösl vom 11.12.2022

Sehr geehrter Herr Hüfner,

Ihre Nachricht habe ich erhalten.
Die Deutsche DepressionsLiga respektiert jede Meinung zum Thema Antidepressiva.
Als Betroffenenorganisation mit mittlerweile knapp 2000 Mitgliedern kennen wir jegliche Sichtweise und informieren darüber.
Wir positionieren uns weder in die eine, noch in die andere Richtung.

Mit freundlichen Grüßen

Armin Rösl
Stellvertretender Vorsitzender
Öffentlichkeitsarbeit

Mein Kommentar vom 11.12.2022

Herr Rösl,

sicherlich ist es ein Irrtum und Sie haben meinen Beitrag noch gar nicht gelesen, denn anders kann ich mir Ihre Antwort dazu nicht erklären. Ich würde es auch begrüßen, wenn Sie mich als fühlendes Wesen dem großes Leid widerfährt und nicht als Objekt betrachten würden.

Daher gebe ich Ihnen eine 2. Chance, um das zu ändern. Wenn Sie dafür mehr Zeit benötigen, sagen Sie Bescheid. Ich erwarte Ihre Antwort , ob Sie einen anderen Kommentar abgeben wollen bis Mitte der Woche. Sollten Sie stellvertretend für die DDL das nicht tun, werde ich diese Antwort mit einem Kommentar dazu veröffentlichen.

Freundliche Grüße

Markus Hüfner

Mein Kommentar vom 12.12.2022

Sehr geehrter Herr Rösl,

hier mein Kommentar zu Ihrer Antwort. Sie schreiben:

Die Deutsche DepressionsLiga respektiert jede Meinung zum Thema Antidepressiva.

Hier geht es nicht um Meinungen, hier geht es um wissenschaftliche Fakten! Das biochemische Modell als Ursache für Depressionen ist wissenschaftlich widerlegt! Da gibt es keine zweite Meinung. Sie respektieren ja nicht mal andere Meinungen innerhalb der Deutschen Depressionsliga und mobben Andersdenkende hinaus, in dem man ihnen psychiatrische Diagnosen verpasst. Wie krank ist das denn?

Als Betroffenenorganisation mit mittlerweile knapp 2000 Mitgliedern kennen wir jegliche Sichtweise und informieren darüber.

Niemand kann jemals jede Sichtweise über etwas kennen. Es ist arrogant so etwas zu behaupten. Ihnen fehlt jegliche Form von Demut und Dankbarkeit. Sollten Sie eine Depression gehabt haben oder noch immer haben, dann haben Sie persönlich (bisher) nichts daraus gelernt.

Bitte zeigen Sie mir doch die Stelle, wo die Deutsche Depressionsliga über das richtige reduzieren und absetzen von Antidepressiva informiert? Es ist grob fahrlässig dies nicht zu tun!

Wo finde ich die Stellen auf der Website der DDL, wo diese über die geringe Wirksamkeit, das erhöhte Abhängigkeitspotenzial, das erhöhte Suizidrisiko, die Folgeerkrankungen wie dauerhafter Impotenz oder das SSRI-Absetzsyndrom informiert?

Besonders erschreckend empfinde ich es mit welcher Dreistigkeit und Unverhohlenheit Sie mich anlügen! Damit werden Sie Ihrem Vorgänger auf dieser Position in keiner Weise gerecht. Herr Voigt hatte diese Demut und Dankbarkeit und den Anstand mich nicht anzulügen, er hat mich als fühlendes und leidendes Wesen wahrgenommen und mit Respekt und Mitgefühl behandelt. Wir waren dabei stets auf Augenhöhe. Bei Ihnen hört es sich so an, als seien Sie etwas besseres als ich.

Ich bin es auch Leid zu versuchen mit einer Organisation, die keinerlei Willen zeigt, wirklich aufzuklären weiter zu diskutieren oder zu schreiben. Wie Sie persönlich und die Deutsche Depressionsliga sich uns Betroffenen gegenüber verhalten ist zutiefst verachtenswert!

Lügner oder Verlogener?

Kennen Sie den Unterschied zwischen einem Lügner und einem Verlogenen? Die Philosophin Hannah Arendt stellte fest:

Ein Lügner weiß, dass er lügt, er kennt die Wahrheit noch, die im Verlogenen längst verloren gegangen ist, weil er die eigene Lüge als Wahrheit ansieht. Der Verlogene kennt die Wahrheit nicht mehr.

Dabei ist der Verlogene weithaus gefährlicher, denn wer seine eigenen Lügen glaubt, kann andere auch glaubwürdiger von seinen Lügen überzeugen.

Was also sind Sie Herr Rösl? Ein Lügner oder ein Verlogener?

Was würden wohl Ihre 2.000 Mitglieder und Menschen mit Depressionen, die mit Antidepressiva behandelt werden, denken, wenn Sie diesen das sagen würden, was Sie mir gesagt haben?

Sie sind offenbar sehr Stolz darauf, dass die DDL über 2.000 Mitglieder hat. Ich glaube, es ist notwendig Sie auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen. 2.000 Mitglieder, so viel hat jede einzelne Facebook-Absetzgruppe und davon gibt es sehr viele. Das US-Forum survivingantidepressants.org hat weit über 10.000 Mitglieder.

Wir positionieren uns weder in die eine, noch in die andere Richtung.

Herr Rösl, die DDL hat sich klar positioniert. Und wenn Sie weiterhin glauben, das nicht getan zu haben, dann empfehle ich Ihnen dringend Ihren Wertekompass zu überprüfen, um den Weg zur Mitte wieder zu finden. Sie haben sich hoffnungslos verlaufen, wie die DDL, es ist ein Wunder, das Sie noch geradeaus laufen können.

Sie halten das, was ich mitgeteilt habe nicht für von Belang für Menschen mit Depressionen die Antidepressiva einnehmen. Die DDL hat dabei das gleiche arrogante, ignorierende und verleugnende Verhalten unter dem Deckmantel des Wohltäters während man knallhart und skrupellos die eigenen Interessen, also die Interessen der Pharmahersteller, deren Sprachrohr Sie sind, vertritt.

Mit dieser Überzeugung über die Harmlosigkeit und gute Wirksamkeit von Antidepressiva und dem Festhalten am biochemischen Modell, machen Sie Herr Rösl, macht die DDL all das, was sie gutes tut zunichte!

Ich mache mir auch keine Illusionen mehr, dass ich das überlebe! Eines kann ich Ihnen sagen, es ist noch nicht zu spät das richtige zu tun und Sie werden es bereuen, wenn Sie auch weiterhin alles systematisch leugnen und ignorieren, was nicht Ihren Überzeugungen entspricht. Sie werden sich dafür auch verantworten müssen, spätestens, wenn sich Ihr Leben dem Ende neigt, vor sich selbst.

Sie haben mit dieser Antwort erwiesen, dass auch die DDL eine Lobbyorganisation der Pharmahersteller ist und es ist dreist, sich in der eigenen Satzung pharmaunabhängig zu bezeichnen.

Es wird nicht mehr lange dauern, bis das geschieht was mit den Benzodiazepinen geschehen ist, von denen glaubte man auch Jahrzehnte, dass sie nicht körperlich abhängig machen, die Hersteller wussten es von Anfang an. Jeder weiß, wie das ausgegangen ist.

Hier wiederholt sich Geschichte und wenn ich nach England oder in die USA schaue, dann sehe ich die Veränderung schon und die DDL wird nicht Bestandteil davon sein, es sei denn, sie ändert ihre Überzeugungen und folgt den wissenschaftlichen Fakten.

Wie die Deutsche Depressionsliga sich selbst sabotiert

Die DDH und DDL engagieren sich seit langem für die Entstigmatisierung von Depressionen, vor allem vor der in der Öffentlichkeit noch immer vorhandenen Annahme, das diese Personen nicht nur selbst- sondern auch fremdgefährdend sein können.Es herrscht in Teilen der Bevölkerung die Annahme, dass Menschen mit Depressionen Gewalttäter sein können. Ihr Engagement, das zu ändern ist bewundernswert.

Sie könnten mit dieser Kampagne aber deutlich erfolgreicher sein, wenn die Deutsche Depressionsliga die Wahrheit sagen würde:

Es ist nicht die Depression, die Menschen zu Gewalttätern werden lassen kann, es sind die Antidepressiva, die die Gewalttaten auslösen können! Die Medikamente, die die DDL und DDH uneingeschränkt zur Behandlung von Depressionen empfehlen ohne über die Risiken und Nebenwirkungen aufzuklären!

Antidepressiva können Gewalttaten auslösen

Kein Tag vergeht, an dem nicht über brutale Gewalttaten berichtet wird. Fanatische Selbstmord-Attentäter in Paris und Nizza, Amokläufer in München und Orlando, ein Co-Pilot der 149 Menschen bei seinem Suizid mit in den Tod reißt.

Bereits 2004 warnte die FDA davor, dass SSRI-Antidepressiva Angst, Erregungszustände, Panikattacken, Schlaflosigkeit, Gereiztheit, Feindseligkeit, Impulsivität, Akathisie (starke Ruhelosigkeit), Hypomanie (abnormale Aufgeregtheit) und Manie (Psychose, charakterisiert durch übersteigerte Gefühle, Größenwahn) verursachen können.11

Es gibt etwa 6000 dokumentierte Fälle von Gewalttaten und Suiziden von Menschen, die SSRI-Antidepressiva einnahmen und täglich werden es mehr.12

Es konnte nachgewiesen werden, dass diese Antidepressiva Verhaltensänderungen wie Reizbarkeit, Feindseligkeit, Impulsivität und Manie auslösen, die wiederum zu Gewalttaten oder Suizid führen können. Medizinische Studien zeigen, dass sich bei Patienten, die keinerlei gewalttätige Vergangenheit haben, unter dem Einfluss von Psychopharmaka, »eine von Gewalt geprägte Angriffslust« entwickelt.13

Leseempfehlungen:

German Wings Pilot nahm SSRI-Antidepressivum Escitalopram

Der Psychiater Dr. David Healy zum »Medikamentenaspekt« des Amokflugs 4U95254 (Germanwings) und bei Amokläufern.

Original-Beitrag auf dem Blog von David Healy

Dr. Peter Breggin, Violence Caused by Antidepressants: An Update after Munich

(Lies den Beitrag in deutsch)

Diese »Nebenwirkungen« werden von der Pharmaindustrie bisher erfolgreich verschwiegen.

Studien und Fakten zu diesem Thema sind so erdrückend, dass sie nicht länger ignoriert werden dürfen. Es geht um Menschenleben, um die Sicherheit und Freiheit unserer Gesellschaft. Es geht aber auch darum, Menschen mit psychischen Krankheiten nicht pauschal zu potenziellen Gewalttätern und rücksichtslosen Selbstmördern zu machen, wenn die Krankheit gar nicht dafür verantwortlich ist, sondern die Medikamente, die sie einnehmen.

Dr. Breggin schreibt in seinem Beitrag:

Den Gebrauch von SSRIs und anderen Antidepressiva einzuschränken, würde einen enormen Rückgang an Aggression und Gewalttätigkeiten bei denjenigen bewirken, die diese Medikamente einnehmen […] Die weiterhin bestehende Verfügbarkeit von Antidepressiva und ihre wachsende Zahl spiegeln eine gierige Pharmaindustrie wider, eine verschwörerische Ärzteschaft und einen psychiatrischen Berufsstand sowie eine korrupte FDA.

Es hat schon etwas ironisches, dass die DDL und die DDH sich für die Entstigmatisierung von Menschen mit Depressionen als potenzielle Gewalttäter mit großen Kampagnen versuchen aufzuklären und ich finde dieses Engagement bewundernswert.

Die Lösung könnte so einfach sein: Sie müssten nur sagen, dass es nicht die Depression ist, die Menschen zu Gewalttätern machen kann sondern die Antidepressiva, die sie einnehmen und die die DDH und die DDL als harmlose und gut wirksame Medikamente empfehlen.

Das kann weder die Deutsche Depressionsliga noch die Stiftung Deutsche Depressionshilfe sagen, denn das würde Ihren Sponsoren, den Pharmaherstellern, deren Antidepressiva die DDH und DDL empfehlen ohne über die Risiken und Nebenwirkungen, wie z.B. Gewalttaten, aufzuklären, gar nicht erfreuen und Sie müssten sich auch von dem wissenschaftlich widerlegten biochemischen Modell als Ursache für Depressionen lösen und wenn Sie das täten, dann würden die Pharmahersteller Ihnen die Gelder streichen, die die DDH und DDL für die Kampagnen zur Entstigmatisierung von Menschen mit Depressionen als Gewalttäter brauchen, deren Gewalttaten durch Antidepressiva ausgelöst werden können. Merken Sie denn nicht, wie Sie Ihr Engagement selbst sabotieren?

Da beißt sich die Katze in den Schwanz!

Ist es nicht eine Ironie, dass ausgerechnet die DDH und DDL, sich für die Entstigmatisierung von Menschen mit Depressionen auch als potenziell agressiven und gwalttätigen Personen in der Öffentlichkeit einsetzen und dabei gleichzeitig durch Ihr Festhalten an Ihren Überzeugungen – dass moderne Antidepressiva gut wirksam und weitestgehend harmlos sind statt wahrheitsgemäß darüber zu informieren, das es nicht die Depression ist, die dieses Verhalten auslöst sondern die Antidepressiva – dazu beitragen, dass immer mehr Menschen diese Medikamente einnehmen und somit die Anzahl derjenigen, die damit behandelt werden und dann agressives Verhalten zeigen oder Gewalttaten verüben stetig steigt, so wie der Amoklauf von München oder die German Wings Katastrophe zeigen und Sie somit genau das Gegenteil von dem bewirken, was Sie eigentlich erreichen wollen? Die Stigmatisierung in der Öffentlichkeit wird weiter zunehmen.

Ein grünblütiger und spitzohriger Außerirdischer würde sagen: FASZINIEREND! ABER VOLLKOMMEN UNLOGISCH

Persönlich: Wissen Sie was mich dabei so richtig wütend und traurig macht? Sie lassen Eltern, Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen von Andreas Lubitz in dem Glauben, ihr Sohn, Freund oder Arbeitskollege sei ein rücksichtsloser Massenmörder. Das ist er nicht, er nahm nachweislich ein SSRI-Antidepressiva oder hatte diese zu schnell abgesetzt und das löste eine Akathisie aus, machte ihn agressiv und zwang ihn zu dieser Tat!

Aloha

Veröffentlicht von

Mein Name ist Markus Hüfner. Ich bin Blogger, Webdesigner und Künstler. In diesem Blog schreibe ich über meine Erfahrungen mit der Heilkraft der buddhistischen Psychologie und dem Absetzen von Psychopharmaka. Ich gebe wertvolle Tipps und zeige einen erfolgreichen Weg aus der Psychopharmaka-Falle durch das A-B-S-Konzept.