Die Deutsche DepressionsLiga e.V. verharmlost in Ihrer aktuellen Broschüre SSRI-Antidepressiva

Broschüre Depressionen: Ein Leitfaden für Betroffene und AngehörigeQuelle: Deutsche DepressionsLiga e.V.

Zuletzt aktualisiert am 18.04.2018

Die Deutsche DepressionsLiga e.V. zeigt in ihrer aktuellen Broschüre »Depressionen – Ein Leitfaden für Betroffene und Angehörige« Wege aus einer Depression auf. Als erfolgreiche Behandlungsmethode werden auch SSRI-Antidepressiva empfohlen, ohne auf deren Risiken, Nebenwirkungen, dem erhöhten Suizidrisiko und dem hohen Abhängigkeitspotenzial hinzuweisen.

In meinem Blog die-psychopharmaka-falle.de schreibe ich als Betroffener u.a. über diese Themen. Ich nehme seit 2009 Paroxetin ein, eines der meist verschriebenen SSRI-Antidepressiva in Deutschland. Mehrere Versuche Paroxetin abzusetzen sind aufgrund schlimmer Entzugssymptome bisher gescheitert, obwohl der Entzug durch einen erfahrenen Psychiater begleitet wurde und durch langsames Ausschleichen über mehrere Monate erfolgte. Ich habe bereits zwei leidvolle aber erfolgreiche Benzodiazepin-Entzüge hinter mir.

Der Entzug von Paroxetin ist dagegen allerdings die pure Hölle.

Da ich es unverantwortlich finde, dass eine bekannte und einflussreiche Selbsthilfeorganisation, wie die Deutsche DepressionsLiga e.V., die ansonsten hervorragende Arbeit in der Vertretung der Interessen von Menschen mit Depressionen leistet, moderne Antidepressiva wie die SSRI in ihrer aktuellen Broschüre »Depressionen – Ein Leitfaden für Betroffene und Angehörige« als erfolgreiche Behandlungsmethode aufzeigt, ohne auf deren Risiken und Nebenwirkungen hinzuweisen, bat ich diese um eine schriftliche Stellungnahme.

Hinweis:

Neben der »Deutschen Depressionsliga e. V.« habe ich die zweite große Selbsthilfe-Organisation für Menschen mit Depressionen, die »Stiftung Deutsche Depressionshilfe«, die ebenfalls die Risiken und Nebenwirkungen, das hohe Abhängigkeitspotenzial und Suizidrisiko verschweigt, um eine Stellungnahme dazu gebeten:

Zum Beitrag

Beide Selbsthilfe-Organisationen veranstalten jährlich zusammen den Patientenkongress, eine Informationsveranstaltung für Menschen mit Depressionen und deren Angehörige, Freunde und Interessierte, auf der die Risiken und Nebenwirkungen, das hohe Abhängigkeitspotenzial und Suizidrisiko nicht erwähnt werden, ebenso wenig, wie die Tatsache, das diese Medikamente hauptsächlich über den »Placeboeffekt« wirken. Dies wurde durch die Studien von Irving Kirsch eindeutig belegt. Das finde ich bedenklich, ja gefährlich.

Zunächst mein Schreiben, anschließend das Antwortschreiben der Deutschen DepressionsLiga e.V.

Mein Schreiben vom 31.05.2017

Sehr geehrte Damen und Herren,

In Ihrer aktuellen Broschüre »Depressionen – Ein Leitfaden für Betroffene und Angehörige« heißt es auf Seite 17 und 18:

»Vor dem Hintergrund, dass Depressionen biochemisch vor allem über einen gestörten Hirnstoffwechsel erklärt werden können, greifen Antidepressiva, vereinfacht ausgedrückt, in diesen Stoffwechsel ein, indem sie eine Fehlfunktion von Transmittern (Botenstoffen) regulieren. Für das Depressionsgeschehen sind Serotonin und Noradrenalin die wichtigsten Botenstoffe. […]

Antidepressiva, welche übrigens nicht abhängig machen, werden je nach Angriffspunkt im Gehirn in verschiedene Kategorien eingeteilt. […] So gehören z.B. sog. selektive Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI) zu den meist verschriebenen Antidepressiva, u.a. auch deshalb, weil sie weniger gravierende Nebenwirkungen hervorrufen als ältere Substanzen wie die sog. Trizyklika. […] In einigen Fällen muss der Patient auch mehrere Antidepressiva gleichzeitig einnehmen, um eine zufriedenstellende Wirksamkeit zu erreichen. […] Antidepressiva werden in aller Regel über einen längeren Zeitraum eingenommen. Auch nach Abklingen der akuten Symptomatik soll der Betroffene das verordnete Medikament über einige Monate (in schweren Fällen sogar über mehrere Jahre) einnehmen, dies um einen Rückfall in einen erneuten Depressionsschub zu vermeiden.«

Spätestens seit den veröffentlichten Studien von Irving Kirsch 2009 sollte Ihnen bekannt sein, dass die Serotoninthese eine Lüge der Pharmaindustrie ist.

Dr. David Healy MD FRCPsych (Direktor des »North Wales Department of Psychological Medicine«) und Dr. Charles Medawar von »Social Audit UK« forschen seit Jahren im Bereich der SSRI-Antidepressiva. Ihre Arbeiten geben Anlass zu der Vermutung, dass die Gefahren von SSRI-Antidepressiva vor allem in Bezug auf ihr Abhängigkeitspotenzial stark unterschätzt werden.

Gerade die SSRI-Antidepressiva mit kurzer Halbwertszeit führen bei vielen Patienten zu Problemen beim Absetzen.

Selbst wenn man vergisst, eine Dosis einzunehmen, kann das Absetzsymptome hervorrufen (siehe Beipackzettel).

In Großbritannien gibt es das »yellow card system«. Damit können alle Ärzte des Landes mit gelben Karten das Auftreten von unerwünschten Nebenwirkungen von Medikamenten bei ihren Patienten an die staatliche Arzneimittelaufsicht (»Committee on Safety of Medicines«) melden, so erhält die Behörde einen Überblick über schädliche Medikamente.

2002 wurden für das Antidepressivum Paroxetin über 1000 Yellow Cards bzgl. absetz- und abhängigkeitsbezogener Probleme gemeldet, im Vergleich dazu für das Benzodiazepin Lorazepam (Tavor), das nachweislich abhängig macht nur 38 (siehe Statistik).

In der Statistik finden sich unter den ersten acht Medikamenten mit den meisten yellow cards 5 SSRI/SNRI-Antidepressiva.

Bereits 2004 warnte die FDA (Amerikanische Gesundheitsbehörde, die auch für die Zulassung neuer Medikamente zuständig ist), dass SSRI-Antidepressiva Angst, Erregungszustände, Panikattacken, Schlaflosigkeit, Gereiztheit, Feindseligkeit, Impulsivität, Akathisie (starke Ruhelosigkeit), Hypomanie (abnormale Aufgeregtheit) und Manie (Psychose, charakterisiert durch übersteigerte Gefühle, Größenwahn) verursachen können.

Daher finde ich es unverantwortlich, dass Sie diese Medikamente in Ihrer Broschüre als »wirksam« und »nicht abhängig machend« zur Behandlung bei Depressionen empfehlen.

Erfreulich: In Großbritannien wurden daraufhin die Leitlinien zur Behandlung von Depressionen und für die Rückfallprävention geändert. Die Leitlinien empfehlen die Gabe von SSRI-Antidepressiva nur noch bei schweren Depressionen. Für leichte und mittelschwere Depressionen wird die sehr erfolgreiche und durch Studien als wirksam nachgewiesene »Achtsamkeitsbasierte kognitive Verhaltenstherapie« (MBCT) der Oxoford University empfohlen. In Deutschland gibt es eine ähnliche Leitlinie, leider wird diese in der Praxis kaum angewendet.

Spätestens dies sollte Sie dazu veranlassen, Ihre Broschüre zu überarbeiten und darin vor den Risiken und Nebenwirkungen und dem hohen Abhängigkeitspotenzial sowie dem erhöhten suizidalen und gewalttätigen Verhalten zu warnen.

Erst kürzlich haben Sie in einer Stellungnahme die Berichterstattung der Medien zur »German Wings Katastrophe« kritisiert. Sie kritisierten u.a. , dass es unverantwortlich sei, Menschen mit Depressionen allgemein als potenziell gefährliche Personen zu stigmatisieren. Da stimme ich Ihnen zu, eine Depression allein macht keinen Menschen zu einem rücksichtslosen Selbstmörder oder Gewalttäter.

Studien und Fakten zu diesem Thema sind so erdrückend, dass sie nicht länger ignoriert werden dürfen. Es geht um Menschenleben, um die Sicherheit und Freiheit unserer Gesellschaft. Es geht aber auch darum, Menschen mit psychischen Krankheiten nicht pauschal zu potenziellen Gewalttätern und rücksichtslosen Selbstmördern zu machen, wenn die Krankheit gar nicht dafür verantwortlich ist, sondern die Medikamente, die sie einnehmen.

In Ihrer Satzung heißt es unter §3, Absatz 2:

Um eine unabhängige Interessenvertretung zu wahren, ist die Annahme von Spenden, sonstigen Zuwendungen, der Abschluss von Berater- und Sponsorenverträgen seitens bzw. mit der pharmazeutischen Industrie ausgeschlossen.

Die »Deutsche Depressionsliga« leistet hervorragende Arbeit in der Vertretung der Interessen von Menschen mit Depressionen. Sie haben großen Einfluss auf Medien und Gesellschaft, daher sehe ich Sie in der Verantwortung, sich auch mit dem Thema »Risiken und Nebenwirkungen von modernen Antidepressiva« auseinanderzusetzen und zu den neuesten Studien und Fakten Stellung zu beziehen. Es verwundert mich daher, dass Sie in Ihrer aktuellen Broschüre mit keinem Wort auf die Risiken und Nebenwirkungen und das hohe Abhängigkeitspotenzial sowie das erhöhte suizidale und gewalttätige Verhalten von Menschen, die diese Medikamente einnehmen oder abzusetzen zu versuchen, eingehen.

In meinem Blog die-psychopharmaka-falle.de schreibe ich als Betroffener u.a. über diese Themen. Ich nehme seit 2009 Paroxetin ein, eines der meist verschriebenen SSRI-Antidepressiva in Deutschland. Mehrere Versuche Paroxetin abzusetzen sind aufgrund schlimmer Entzugssymptome bisher gescheitert, obwohl der Entzug durch einen erfahrenen Psychiater begleitet wurde und durch langsames Ausschleichen über mehrere Monate erfolgte. Ich habe bereits zwei leidvolle aber erfolgreiche Benzodiazepin-Entzüge hinter mir. Der Entzug von Paroxetin ist dagegen allerdings die pure Hölle.

Gerne hätte ich eine schriftliche Stellungnahme von Ihnen zu diesem Schreiben, beide Schreiben werde ich dann auf meinem Blog publizieren.

Mit freundlichem Gruß

Markus Hüfner

Das Antwortschreiben der »Deutschen DepressionsLiga e.V.« vom 01.06.2017

Die Deutsche DepressionsLiga e.V. hat zwar eine Stellungnahme zu diesem Schreiben abgegeben, mir aber nachträglich nach dem folgenden Antwortschreiben meinerseits auf diese Stellungnahme verboten diese zu veröffentlichen und mit rechtlichen Maßnahmen gedroht, sollte ich es dennoch tun. Ich darf die Stellungnahme auch nicht in meinen eigenen Worten wiedergeben und kann daher nur bestimmte Abschnitte meines Antwortschreibens veröffentlichen.

Mein Antwortschreiben vom 06.06.2017

Guten Tag,

vielen Dank für Ihre Antwort auf mein Schreiben. […]

Leider widerspricht Ihre Stellungnahme den Aussagen in Ihrer Broschüre. Dort behaupten Sie:

  • SSRI-Antidepressiva sind eine erfolgreiche Behandlungsmethode bei Depressionen.
  • SSRI-Antidepressiva machen nicht abhängig.
  • SSRI-Antidepressiva haben weniger Nebenwirkungen, als ältere Präparate (das stimmt zwar, dafür sind diese aber gravierender).
  • Manche Patienten müssen auch mehrere Antidepressiva gleichzeitig einnehmen, um eine zufriedenstellende Wirksamkeit zu erreichen.
  • SSRI-Antidepressiva müssen über einen längeren Zeitraum, in schweren Fällen sogar lebenslang eingenommen werden.

Sie verharmlosen durch diese Aussagen SSRI-Antidepressiva. Wenn Sie Antidepressiva in Ihrer Broschüre als mögliche Behandlungsmethode bei Depressionen erwähnen, […] ist es verantwortungslos nicht auf die Risiken, Nebenwirkungen, das erhöhte Suizidrisiko und das hohe Abhängigkeitspotenzial von SSRI aufmerksam zu machen. […]

Sie haben andererseits als eine der bekanntesten und einflussreichsten Selbsthilfeorganisationen bei Depressionen den Anspruch, die Interessen ALLER Menschen mit Depressionen in der Öffentlichkeit vertreten zu wollen. Dazu gehört es meiner Meinung nach auch, Betroffene und Angehörige und die Gesellschaft allgemein über die Risiken und Nebenwirkungen von SSRI-Antidepressiva aufzuklären.

Dies nicht zu tun, kann schwerwiegende Konsequenzen für Betroffene haben.

Oft höre ich das Argument, es würde Menschen verunsichern, die diese Präparate einnehmen und denen es damit gut geht, wenn Organisationen und Vereine wie die »Deutsche DepressionsLiga« und auch Ärzte, vor den Gefahren einer Behandlung mit diesen Medikamenten warnen würden. Man befürchte, die Menschen könnten die Medikamente absetzen wollen und dies wäre gefährlich.

Ja es ist gefährlich. Es ist gefährlich nicht davor zu warnen, je länger man diese Medikamente einnimmt, umso schwieriger wird es, sie wieder abzusetzen, dies gilt für alle psychotropen Substanzen (Wirkstoffe bzw. Wirkstoffmischungen, die die menschliche Psyche beeinflussen) und dazu zählen auch SSRI-Antidepressiva.

Es besteht keine Veranlassung einem Patienten zu raten, sein SSRI-Antidepressivum abzusetzen, wenn es dem Patienten dadurch tatsächlich besser geht und kaum Nebenwirkungen auftreten, die seine Lebensqualität einschränken. Für Patienten, denen es trotz oder gerade wegen der Einnahme dieser Präparate nicht besser geht, ja sogar noch schlechter geht, die unter schweren Nebenwirkungen, wie Angst, Erregungszustände, Panikattacken, Schlaflosigkeit, Gereiztheit, Feindseligkeit, Impulsivität, Akathisie (starke Ruhelosigkeit), Hypomanie (abnormale Aufgeregtheit) und Manie (Psychose, charakterisiert durch übersteigerte Gefühle, Größenwahn) leiden (festgestellt durch die FDA 2004) und diese oft Jahre und jahrzehntelang ertragen und sich deshalb das Leben nehmen wollen, sieht das anders aus.

Diese Menschen haben ein Recht darauf zu erfahren, dass eine große Wahrscheinlichkeit besteht, dass die Medikamente, die sie seit Jahren einnehmen und von denen sie sich erhofft hatten, das es ihnen damit besser geht, dafür verantwortlich sein können, dass es ihnen nicht besser bzw. noch schlechter geht, als vor der Einnahme.

Wenn ein Patient zu einem Arzt geht und dieser erstmals eine Depression diagnostiziert und zur Behandlung SSRI-Antidepressiva verschreibt und sagt: »Lesen Sie den Beipackzettel nicht, der könnte Sie nur unnötig verunsichern« (das kommt weitaus häufiger vor, als angenommen), dann ist das fahrlässig, selbst wenn es aus guter Absicht geschieht (um den Patienten nicht zu verunsichern).

Ein Arzt ist dazu verpflichtet, seinen Patienten bei Verschreibung eines Medikamentes über mögliche Risiken und Nebenwirkungen aufzuklären. Dies gilt selbst dann, wenn diese im Beipackzettel erwähnt werden. Das hat der BGH (Bundesgerichtshof) in einem Urteil (Az. VI ZR 289/03) entschieden.

Das gilt meiner Meinung nach auch für die Aussagen und Empfehlungen in Ihrer Broschüre. Denn diese Broschüren sind für Menschen oft der erste Anstoß dazu, sich zu informieren, zu einem Arzt zu gehen und abklären zu lassen, ob man an einer Depression leidet. Die meisten Hausärzte und auch Psychiater wissen zu wenig über die Risiken und Nebenwirkungen von Psychopharmaka.

Organisationen und Verbände, wie die »Deutsche DepressionsLiga« könnten hier mit gutem Beispiel vorangehen und bereits in ihren Broschüren, auf ihren Websites, bei Fachkongressen und Vorträgen oder in Interviews mit Printmedien oder im Fernsehen über Risiken und Nebenwirkungen von SSRI-Antidepressiva aufklären, damit evtl. Betroffenen wirklich alle Fakten bekannt sind, wenn sie sich dazu entschließen, eine Behandlung mit SSRI-Antidepressiva zu probieren.

Ob ein solches Antidepressivum wirkt oder nicht, lässt sich spätestens nach einem halben Jahr feststellen und nach einer so kurzen Einnahmedauer, lässt sich das Präparat auch noch problemlos absetzen.

Im Interesse aller Betroffenen und deren Angehörigen würde ich mir wünschen, dass Sie die Broschüre diesbezüglich ändern würden. Damit könnten Sie auch dazu beitragen, die Diskussionen, ob depressive Menschen grundsätzlich als potenziell gefährliche Personen, als Gewalttäter und rücksichtslose Selbstmörder anzusehen sind und eine Gefahr für die Gesellschaft darstellen, zu beenden und die von Ihnen zu Recht beklagte Stigmatisierung zu entkräften.

Ich hoffe, ich kann Sie dazu anregen, kritisch über die von Ihnen in Ihrer Broschüre getroffenen Aussagen grundsätzlich und gründlich nachzudenken, diese miteinander zu diskutieren und evtl. zu ändern. Ich schätze Ihre Arbeit und Ihr unermüdliches Engagement für Betroffene und deren Angehörige sehr, aber in diesem Punkt erwarte ich von Ihnen, dass Sie klar Stellung beziehen.

Hierbei kann es helfen, wenn Sie sich mit der Geschichte der Benzodiazepine beschäftigen, die anfangs auch als harmlose »Glückspillen« vermarktet und verschrieben wurden. Wie diese Geschichte endete, dürfte Ihnen bekannt sein. Wir haben heute mehr Medikamentenabhängige als Alkoholabhängige.

Diese Geschichte wiederholt sich nun bei den SSRI-Antidepressiva.

Zum Schluss möchte ich Ihnen noch das Antidepressiva Forum Deutschland (ADFD) empfehlen, eine Organisation, die von Betroffenen gegründet wurde, um über Risiken, Nebenwirkungen, das hohe Abhängigkeitspotenzial und das erhöhte suizidale und gewalttätige Verhalten durch die Behandlung mit SSRI-Antidepressiva aufzuklären. Hier die entsprechenden Links:

http://www.psychopharmaka-absetzen.de/

http://adfd.org/

Sobald mir Ihr Antwortschreiben vorliegt, werde ich dieses hier veröffentlichen.

Mit freundlichem Gruß

Markus Hüfner

Das Antwortschreiben der »Deutschen DepressionsLiga e.V.« vom 07.06.2017

Die »Deutsche DepressionsLiga e.V.« hat mir nach diesem Schreiben verboten Ihre Stellungnahmen vom 01.06. und 07.06.2017 zu veröffentlichen und mir mitgeteilt, keine weitere Stellungnahme abzugeben. Dazu habe ich folgenden Kommentar an die »Deutsche DepressionsLiga e.V.« geschrieben:

Kommentar vom 11.06.2017

Guten Tag,

nach Rücksprache mit meiner Anwältin teilte mir diese mit, das ich Ihre Stellungnahmen aufgrund Ihres Verbotes leider nicht veröffentlichen darf, da mir andernfalls rechtliche Konsequenzen drohen würden.

Leider kann ich Sie daher auch nicht mehr als Selbsthilfeorganisation für Menschen mit Depressionen empfehlen.

Ich halte es für bedenklich, wenn eine Organisation, die für sich in Anspruch nimmt, Ansprechpartner und Interessenvertreter für ALLE depressive Menschen zu sein, behauptet:

Antidepressiva machen nicht abhängig.

Ich frage mich, warum Ihre Organisation so vehement dafür kämpft, die Abhängigkeitserfahrung von Patienten, die faktisch besteht und ich spreche hier nicht von ein paar wenigen, sondern über mehrere Tausende Betroffene, zu ignorieren?

Es könnte daran liegen, dass Sie, wie Ärzte, Psychiater, Kliniken und Universitäten, jahrzehntelang blind den Versprechungen der Pharmaindustrie vertraut haben, ohne diese jemals infrage zu stellen und faktisch zu überprüfen. Jetzt müssten ALLE natürlich zugeben, dass sie sich haben täuschen lassen und so dumm, naiv und gutgläubig waren, das, was die Pharmaindustrie behauptet hat, zu glauben.

In der Anlage finden Sie einen Flyer für einen im September stattfindenden Fachkongress zum Thema: »Zukunft der Antidepressiva in der Behandlung«. Dort werden renommierte Ärzte und Wissenschaftler Vorträge halten, u. a. auch Professor Walter von der Charité Berlin, der die erste Absetzstudie über moderne Antidepressiva durchführt. Außerdem Dr. David Healy, der über die Suizidalität durch SSRI’s sprechen wird.

Ich würde Sie bitten an dieser Veranstaltung teilzunehmen, im Namen aller Betroffenen, damit das sinnlose Töten von Menschen durch Antidepressiva, endlich aufhört. Danach können Sie dann entscheiden, ob Sie Ihre Broschüre ändern wollen oder nicht und wenn Sie sich selbst als Selbsthilfeorganisation noch ernst nehmen wollen und Ihrer Satzung, dass die Pharmaindustrie keinen Einfluss auf Sie hat gerecht werden wollen, dann werden Sie in den sauren Apfel beißen müssen und zugeben müssen und da sind Sie leider nicht allein, dass Sie sich jahrzehntelang von der Pharmaindustrie haben täuschen lassen.

Was macht es für einen Eindruck, wenn Betroffene erfahren, dass Sie mir auf meine Anfrage zum Inhalt Ihrer Broschüre zwar eine Stellungnahme gegeben haben, mir aber verbieten diese zu veröffentlichen? Mein Blog mag (noch) keinen Einfluss haben, da ich zurzeit weder die Kraft noch Energie habe, diesen zu verbreiten und mit anderen Blogs zu vernetzen, da ich damit beschäftigt bin, zum x-ten Mal zu versuchen Paroxetin (SSRI) abzusetzen und dabei mit der Angst zu leben, das nicht zu überleben, weil ich weiß, dass Tausende von Betroffenen sich dabei das Leben genommen haben, da die Entzugssymptome, insbesondere die Akathisie so unerträglich waren.

Wir sprechen hier über Menschenleben und ich finde es unverantwortlich, grob fahrlässig und menschenverachtend, dass Sie nicht dazu beitragen wollen, zu verhindern, dass sich weiter Betroffene sinnlos das Leben nehmen.

Stellen Sie sich an dieser Stelle die Frage: Ist es uns wichtig, wirklich ALLE Menschen mit Depressionen und deren Interessen in der Öffentlichkeit zu vertreten (und vertreten wir überhaupt ALLE, wenn wir diese Gruppe von Betroffenen und ihr leidvolles Schicksal ignorieren) und wollen wir als solche Organisation weiter ernst genommen werden? Oder beharren wir aus Sturheit, aus Verblendung, aus Scham, so dumm, naiv und/oder gutgläubig gewesen zu sein, den Versprechungen der Pharmaindustrie zu glauben, weiter auf unserem Standpunkt und verleugnen uns damit selbst?

Sie verbreiten bei Vorträgen und auf Fachkongressen falsches Wissen und behaupten gleichzeitig über sich »keinerlei Anspruch auf medizinisches Fachwissen« zu haben und keine Empfehlungen zu geben. Das passt nicht zusammen.

Es ist keine Schande zuzugeben, getäuscht worden zu sein. Die Pharmaindustrie hat Milliarden in das Marketing gesteckt, um ihre Lügen als Wahrheit zu präsentieren.

Es ist auch keine Schande naiv und gutgläubig zu sein. Menschen machen Fehler und sind leicht zu beeinflussen, wenn man weiß wie. Ich unterstelle Ihnen auch keine Absicht oder Schuld, dass Sie diese Thesen verbreiten, Sie tun es im guten Glauben, um Betroffenen zu helfen. Und tatsächlich helfen diese Medikamente ja auch ganz vielen Menschen, nur leider eben nur über den Placeboeffekt, der bei über 80 % liegt. Die »Kirsch-Studie« ist eindeutig und nicht zu widerlegen. Und das gilt leider auch für die Risiken, Nebenwirkungen, das hohe Abhängigkeitspotenzial und die erhöhte Suizidgefahr so wie die Tatsache, dass diese Medikamente feindselig, aggressiv und gewalttätig machen.

Da stellt sich die Frage: Ist es zu verantworten, eine Medikamentengruppe zur Behandlung von Depressionen weiter zu empfehlen, deren Wirkung größtenteils auf dem Placeboeffekt beruht, die aber gleichzeitig so gravierende gesundheitsgefährdende Risiken und Nebenwirkungen haben? Dazu passt ein treffendes Zitat eines römischen Rechtsgelehrten der Antike:

» Jeder Mensch kann irren, aber nur Dummköpfe verharren im Irrtum. «Marcus Tullius Cicero

Wollen Sie weiter an Ihrem Irrtum festhalten? Wäre es für die Eltern von Andreas Lubitz nicht eine Erleichterung, wenn sie wüssten, dass ihr Sohn kein rücksichtsloser, egoistischer Selbst- und Massenmörder war, sondern die Medikamente, die er nachweislich einnahm, ihn erst dazu gemacht haben? Ich habe diese Verhaltensweisen während meiner Entzugsversuche selbst erfahren, ich war nicht mehr ich selbst, diese Medikamente haben meine Persönlichkeit verändert.

Das ist schwer zu glauben, aber seitdem frage ich mich bei jedem Terroranschlag, jedem Amoklauf, jeder Gewalttat, ob da nicht SSRI eine entscheidende Rolle gespielt haben. Die Medien berichten darüber leider gar nicht. Ich weiß nicht warum diese hier nicht ihrer Pflicht nachkommen und Aufklärungsarbeit leisten, nachhaken, Gerichtsmediziner, Staatsanwaltschaft, Polizei befragen, ob irgendwelche psychotropen Substanzen (dazu zählen auch SSRI und alle anderen Psychopharmaka) nachgewiesen wurden.

Ist es denkbar, das Pharmavertreter Gerichtsmediziner bewusst dazu auffordern, nachgewiesene SSRI-Antidepressiva im Bericht nicht zu erwähnen? Wenn ich mir tagtäglich ansehe, wie diese Welt geworden ist, wie Menschen zu Bestien werden und unvorstellbare Gewalttaten verüben, dann könnten SSRI eine ernst zu nehmende Erklärung dafür sein.

Bitte sagen Sie mir, ob Sie meine Abhandlung zum Thema überhaupt gelesen haben? Ich habe den Eindruck, das Sie das nicht getan haben.

Ich wiederhole es noch mal: Wenn Sie auch weiterhin als Interessenvertretung ALLER depressiver Menschen ernst genommen werden wollen, dann werden Sie zu diesem Thema Stellung beziehen müssen und davon Betroffene und deren leidvollen Absetzerfahrungen ernst nehmen müssen und nicht länger ausblenden können.

Spätestens nach dem Besuch des Fachkongresses, wenn Sie über das notwendige Wissen verfügen und ALLE Fakten kennen, hoffe ich im Namen aller Betroffenen, dass Sie dazu bereit sind.

Dies werde ich als Kommentar auf Ihr Verbot Ihre Stellungnahmen zu veröffentlichen, zusammen mit meinen Schreiben an Sie publizieren. Daher möchte ich Ihnen zuvor die Gelegenheit geben eine Stellungnahme abzugeben (die ich dann veröffentlichen darf), dass Sie den Fachkongress besuchen werden und anschließend, wenn Ihnen alle Fakten bekannt sind, Ihre Broschüre kritisch überprüfen werden. Dafür wäre ich Ihnen als Betroffener sehr dankbar.

Mit freundlichem Gruß

Markus Hüfner

Die »Deutsche DepressionsLiga e.V.« hat mir am 15.06.2017 geantwortet. Ich habe darum gebeten, ihre Antwort veröffentlichen zu dürfen. Offenbar ist es so, dass auf einer Mitgliederversammlung der »Deutsche DepressionsLiga e.V.« im Juli ein neuer Vorstand gewählt wird und sich der alte Vorstand dazu nicht mehr äußern möchte. Sobald der neue Vorstand gewählt wurde, werde ich diesen um eine Stellungnahme zum Inhalt der Broschüre bitten.

Auch Peter Ansari, Arzt und Autor des Buches »Unglück auf Rezept – Die Antidepressiva-Lüge und ihre Folgen«, hat dazu einen lesenswerten Beitrag auf seiner Website depression-heute.de veröffentlicht:

Depressionsvereinigungen stigmatisieren Patienten

Neuer Vorstand der Deutschen DepressionsLiga e.V. gewählt

Am 8.7.2017 wurde in einer Mitgliederversammlung der neue Vorstand der Deutschen DepressionsLiga e.V. gewählt. Daraufhin habe ich folgende Nachricht verfasst und den Vorstand um eine Stellungnahme gebeten:

Guten Tag,

in Ihrer letzten Mail teilten Sie mir mit, dass die DDL am 8. Juli in einer Mitgliederversammlung einen neuen Vorstand wählt und der noch tätige Vorstand zu meinem Anliegen keine Stellung mehr beziehen möchte. Über Ihre Website habe ich erfahren, dass der neue Vorstand gewählt wurde. Bitte teilen Sie mir mit, ob dieser dazu bereit ist, eine Stellungnahme zu meinem Anliegen (die Broschüre »Depressionen – Ein Leitfaden für Betroffene und Angehörige« kritisch zu überprüfen und darin vor den möglichen Risiken, Nebenwirkungen, dem erhöhten Suizidrisiko sowie dem hohen Abhängigkeitspotenzial von SSRI-Antidepressiva zu warnen) abzugeben.

Bitte teilen Sie mir auch mit, ob ein Mitglied des Vorstandes bzw. ein(e) qualifizierte(r) Mitarbeiter(in) der DDL an dem erwähnten Fachkongress »Zukunft der Antidepressiva in der Behandlung – vor allem nicht schaden« teilnehmen wird. Den Flyer finden Sie im Anhang. Dort wird u.a. Professor Henrik Walter von der Charite Berlin, der die erste Absetzstudie von modernen Antidepressiva leitet, erste Ergebnisse der Studie vorstellen. Außerdem wird Dr. David Healy über die Suizidalität durch SSRI-Antidepressiva berichten. Ich selbst bin Betroffener und schreibe in meinem Blog https://die-psychopharmaka-falle.de/ über diese Themen. Ich habe bzgl. Ihrer Broschüre einen Beitrag verfasst und um eine Stellungnahme gebeten.

Link zur Absetzstudie: https://www.absetzstudie.de/index.html

Mit freundlichem Gruß

Markus Hüfner

Daraufhin bekam ich folgende automatische Mail-Benachrichtigung:

Die Mailberatung der Deutschen DepressionsLiga e.V. ist bis zum 3.9.2017 nicht besetzt. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Da eine Anmeldung für den erwähnten Fachkongress bis spätestens 07.09.2017 erfolgen sollte, habe ich die Nachricht auch über Facebook, als Brief direkt an den Vorstand und per Fax an die DDL gesendet.

Stellungnahme des neuen Vorstandes vom 19.08.2017

Sehr geehrter Herr Hüfner,

herzlichen Dank für Ihre Anregungen zu dem Thema »Probleme beim Absetzen von SSRI-Antidepressiva«.
Nachdem sich der neugewählte Vorstand der DDL konstituiert hat und die grundlegenden Aufgaben übertragen wurden, kann ich Ihnen mitteilen, dass ich mich dieses Themas annehmen werde.

Selbstverständlich hat die DDL ein Interesse, sich mit dieser Thematik zu befassen, um nicht leichtfertig Empfehlungen abzugeben, durch die Patienten evtl. geschädigt werden können.

Andererseits können wir nicht klüger sein als die Wissenschaft mit dem hieraus jeweils resultierenden »State of the Art«. Insofern können wir nur Empfehlungen geben, die einerseits aus unserer Expertise als Betroffene stammen und andererseits mit den geltenden Leitlinien der evidenzbasierten Medizin hinreichend vereinbar sind. Natürlich übernehmen wir diese nicht unreflektiert, denn das widerspräche dem Anliegen einer Patientenvertretung, deren primäres Ziel darin besteht, gerade die eigene Betroffenenperspektive mit all ihren subjektiven Erfahrungen und den sich daraus ergebenden Interessen nach außen zu tragen. Die unreflektierte Weitergabe der »Profiperspektive« machte eine Patientenorganisation im Grunde ja obsolet. Überdies legen wir sehr großen Wert auf unsere Unabhängigkeit von der Pharmaindustrie und scheuen uns keineswegs, kritisch Stellung zu beziehen.

Die Ihrem Anliegen zugrundeliegende Kritik ist von relativ großer Tragweite. Daher bedarf dieses Thema einer gründlichen Auseinandersetzung, was natürlich nicht von heute auf morgen umzusetzen ist. Ich bitte Sie daher, uns etwas Zeit zu geben.

Für die Anregung zur Teilnahme an der Tagung in Herford danke ich Ihnen und kann Ihnen mitteilen, dass ich selbst daran teilnehmen werde und mich auch bereits angemeldet habe. Werden Sie auch dort sein? Dann könnten wir uns in einem persönlichen Gespräch etwas kennenlernen und austauschen.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Voigt
Stellv. Vorsitzender, Deutsche DepressionsLiga e.V.

Mein Antwortschreiben vom 20.08.2017

Hallo Herr Voigt,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Es freut mich, dass Sie persönlich an der Tagung teilnehmen. Leider werde ich nicht dort sein können, da es mir gesundheitlich schlecht geht. Ich befinde mich seit einiger Zeit in Mitten eines Antidepressiva-Entzugs (Paroxetin, das ich seit 2009 einnehme). […]

Mein Engagement in dieser Sache erklärt sich aus meinen zumeist negativen Erlebnissen in Psychiatrien und mit Psychiatern. Ich schreibe gerade ein Buch darüber. Auf meiner Website kläre ich über die unterschätzen Risiken und Nebenwirkungen, das hohe Suizidrisiko und gewalttätiges und agressives Verhalten unter SSRI-Antidepressiva auf (zu diesem Thema wird Dr. David Healy auf der Tagung referieren). Ich wurde nie über die Risiken und Nebenwirkungen von Psychopharmaka aufgeklärt, obwohl jeder Arzt dazu verpflichtet ist, selbst dann, wenn die entsprechenden Infos im Beipackzettel stehen (Urteil des BGH). Ich war bei einem Dutzend Psychiatern, ambulant, teilstationär, stationär, nie wurde ich aufgeklärt. Ich möchte, dass Ärzte Ihre Patienten aufklären, damit diese dann entscheiden können, ob sie eine Behandlung mit SSRI-Antidepressiva probieren wollen. Und hier haben Organisationen, wie Sie einen erheblich größeren Einfluss, als ich mit meinem Blog.

Daher begrüsse ich es sehr, dass Sie an dieser wichtigen Tagung teilnehmen werden.

Wenn Sie damit einverstanden sind, würde ich gerne Ihre Nachricht vom 19.08.2017 als Stellungnahme zu meinem Beitrag veröffentlichen.

Mit freundlichem Gruß

Markus Hüfner

Kommentar: Es erfreut mich, dass Herr Voigt an der Tagung teilnimmt. Aus gesundheitlichen Gründen ist es mir leider nicht möglich an der Tagung teilzunehmen. Man darf gespannt sein, zu welchen Veränderungen die dort neu erfahrenen Erkenntnisse bei der Deutschen DepressionsLiga e.V. führen.

Antwortschreiben von Herrn Voigt vom 24.08.2017

Hallo Herr Hüfner,

herzlichen Dank für Ihre Ausführungen. Es betrübt mich, wenn es Ihnen so schlecht geht. Um so wichtiger nehme ich aber auch Ihre Anregungen, denn derartige Folgen sollte mit der Einnahme eines Antidepressivums nicht verbunden sein.

Schade, dass Sie nicht zu der Tagung kommen können; ich wünsche Ihnen aber viel Erfolg bei der Überwindung Ihrer momentanen Schwierigkeiten. Der neue Psychiater scheint immerhin Hoffnung zu generieren.

Ich bin damit einverstanden, wenn Sie meine Nachricht vom 19.08.2017 als Stellungnahme zu Ihrem Beitrag veröffentlichten.

Am kommenden Wochenende ist der Patientenkongreß in Leipzig, bei dem ich sehr eingespannt sein werde. Daher fehlt mir momentan die Zeit, Ihnen noch mehr zu schreiben, aber ich melde mich, wenn ich entsprechende Eindrücke von der Tagung haben konnte.

Herzliche Grüße

Thomas Voigt

Am 10.10.17 habe ich folgende E-Mail an Herrn Voigt geschrieben:

Hallo Herr Voigt,

das verstehe ich. Da der Patientenkongress vorbei ist und ich bisher nichts von Ihnen gehört habe, dachte ich, ich frage mal nach, ob die Tagung Sie bzw. die Deutsche DepressionsLiga e. V. dazu bewegt hat, ihre Haltung bzgl. der Risiken und Nebenwirkungen von SSRI-Antidepressiva zu überdenken und wenn ja, was Sie konkret ändern wollen? Zum internationalen Tag der seelischen Gesundheit am 10. Oktober hat sich der Vorstand der DGSP (Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie) in einer Stellungnahme zum Stellenwert antidepressiver Medikamente geäußert, diese finden Sie im Anhang als PDF-Dokument. Über eine Antwort Ihrerseits auf meine Anfrage auch im Zusammenhang mit der Stellungnahme der DGSP würde ich mich freuen.

Herzlichen Gruß

Markus Hüfner

Stellungnahme von Herrn Voigt vom 11.10.2017

Hallo Herr Hüfner,

herzlichen Dank für die Information. Ich hoffe, es geht Ihnen mittlerweile besser! Ich habe Sie keineswegs vergessen und wollte mich auch schon längst bei Ihnen gemeldet haben, doch leider bin ich zur Zeit sehr eingespannt.

Ich habe die Veranstaltung in Herford besucht, und sie hat mich auch sehr beeindruckt. Im kommenden November haben wir eine Klausurtagung, in der sich der Vorstand der DDL inhaltlich konstituieren wird. Ich werde bei dieser Tagung dem Vorstand auch von meinen Erfahrungen und Eindrücken bei der Veranstaltung in Herford berichten. Aus dieser Besprechung wird dann eine offizielle Haltung der DDL zu diesem Thema beschlossen. Ich bitte Sie daher um ein wenig Geduld, diese Beschlußsache abzuwarten, da ich das nicht allein entscheiden kann.

Herzliche Grüße

Thomas Voigt

Mein Antwortschreiben vom 11.10.2017

Hallo Herr Voigt,

es freut mich, dass Sie die Tagung besucht haben und dass Sie Ihre Eindrücke der Tagung in Herford in die Klausurtagung mit einbringen werden und eine offizielle Haltung der DDL zu diesem Thema beschlossen wird. Ich bin gespannt, wie diese dann aussehen wird. Ich verstehe, dass Sie darüber nicht allein entscheiden können und umso dankbarer bin ich Ihnen für Ihre Offenheit und Ihr persönliches Engagement bei diesem wichtigen Thema. […]

Sie sind jetzt die Stimme all Derjenigen, denen durch die Einnahme oder das Absetzen von SSRI-Antidepressiva großes Leid widerfahren ist und ich wünsche mir im Namen aller Betroffenen, dass Sie diese Stimme bei der Klausurtagung erfolgreich einbringen können und wir nicht länger ignoriert werden. Das es diese Stimme, vertreten durch Sie persönlich, jetzt endlich gibt, werte ich schon mal als großen Fortschritt und dafür bin ich Ihnen sehr dankbar.

Herzlichen Gruß

Markus Hüfner

Schreiben vom 30. Januar 2018 an Deutsche DepressionsLiga bzgl. Ergebnisse der Klausurtagung

Hallo Herr Voigt,

soeben habe ich den aktuellen Newsletter der Deutschen DepressionsLiga erhalten. Anschließend war ich auf Ihrer Website. Leider hat sich bisher gar nichts geändert. Die Broschüre wurde nicht geändert, die Einträge in der Wissensdatenbank sind unverändert. Daher würde ich gerne wissen, ob es Änderungen geben wird, nach Ihrem Besuch des Kongresses in Herford und den dort gewonnen Eindrücken? Konnten Sie unser Anliegen auf der Klausurtagung vom November letzten Jahres einbringen? Ich hatte Ihnen schon mal geschrieben, aber leider keine Antwort erhalten. Es wäre erfreulich, wenn Sie mir dieses Mal antworten würden.

Mit freundlichem Gruß

Markus Hüfner

Am 02.02.2018 um 21:23 schrieb Thomas Voigt – Deutsche DepressionsLiga e.V.:

Hallo Herr Hüfner,

es tut mir sehr leid, dass ich bislang noch nicht auf Ihre Mail geantwortet habe. Bei mir läuft zur Zeit Vieles auf Hochtouren. Ab Montag wird es sich aber voraussichtlich etwas entspannen.
Ich melde mich Anfang der kommenden Woche noch einmal, um Sie dann über die jüngsten Entwicklungen zu informieren. Bitte haben Sie noch ein wenig Geduld.

Herzliche Grüße,

Thomas Voigt

Nachgehakt am 15. Februar 2018 bzgl. der Ergebnisse der Klausurtagung

Hallo Herr Voigt,

da ich bisher noch nichts von Ihnen gehört habe, nutze ich die Gelegenheit, um Ihnen ein wichtiges Buch zur Problematik zu empfehlen, damit Sie sich fundiert informieren und sich selbst eine Meinung dazu bilden können. Das Buch heißt Neue Antidepressiva, atypische Neuroleptika: Risiken, Placebo-Effekte, Niedrigdosierung und Alternativen. Mit einem Exkurs zur Wiederkehr des Elektroschocks und ist von den Autoren Peter Lehmann,Volkmar Aderhold, Marc Rufer und Josef Zehentbauer.

Besonders möchte ich auf Geleitwort zum Buch von Prof. Dr. med. Dr. phil. Andreas Heinz von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie (CCM) der Charité Berlin hinweisen, da es die Seriösität und Wichtigkeit dieses Buches unterstreicht. Außerdem macht es deutlich, wie ernst die Charité Berlin diese Problematik mittlerweile selbst nimmt, was nicht zuletzt auch die von der Charité, unter der Leitung von Prof. Dr. Hendrik Walter, in Zusammenarbeit mit der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich durchgeführte Antidepressiva Absetzstudie (AIDA) zeigt. Es ist die erste Langzeitstudie zur Absetzproblematik neuer Antidepressiva. Das Geleitwort zum Buch finden Sie in der Anlage.

Dieses Buch sollte Pflichtlektüre für alle Ärzte sein, die Psychopharmaka verschreiben, damit diese nicht weiterhin leichtfertig verschrieben werden und vor allem NICHT ohne den Patienten über die Risiken und Nebenwirkungen insbesondere von neuen Antidepressiva und atypischen Neuroleptika zu informieren. Gerade zu Letzterem ist jeder Arzt laut eines Urteils des BGH selbst dann verpflichtet, wenn die Risiken und Nebenwirkungen aus dem Beipackzettel bereits hervorgehen. Sie begehen laut der Anwältin Marina Langfeldt, die sich im Nachwort der Rechtslage widmet, ansonsten eine Straftat (ebenfalls im Anhang). Es sollte auch Pflichtlektüre für alle Organisationen sein, die sich für die Interessen von Menschen mit Depressionen in der Öffentlichkeit einsetzen, wie die Ihre.

Meiner Meinung nach ist es höchste Zeit, dass Ärzte, die leichtfertig und ohne Aufklärung des Patienten diese Medikamente verschreiben, weil sie glauben, sie seien harmlos, kritisch ihre bisherigen Überzeugungen zur Problematik hinterfragen, ebenso wie die Deutsche DepressionsLiga und die Stiftung Deutsche Depressionshilfe. Dieses Buch ist ebenso wie das Buch Unglück auf Rezept: Die Antidepressiva-Lüge und ihre Folgen von Sabine und Peter Ansari und Tödliche Psychopharmaka und organisiertes Leugnen von Peter C. Gøtzsche dafür bestens geeignet.

Daher würde ich mir im Namen aller Betroffenen wünschen, dass diese Fakten und Aussagen bei Ihrer abschließenden Positionierung zur Problematik Berücksichtigung finden. Es wird höchste Zeit, dass diese für viele so leidvolle Problematik die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit bekommt, die notwendig ist, dass sich auch die Medien mehr und mehr kritisch damit auseinandersetzen und darüber berichten, damit sich endlich etwas ändert.

Ich werde die letzte E-Mail an Sie im Beitrag meines Blogs hinzufügen, ebenso wie im ADFD. Dies zu Ihrer Information. Denn meine Leser sind sehr interessiert daran, wie sich die DDL positionieren wird, auch angesichts der Tatsache, wie ernst die Charité Berlin die Problematik inzwischen nimmt. Ich denke, ich hoffe, dass dies bei Allen dazu führt, die bisherigen Überzeugungen kritisch zu hinterfragen, denn die Charité genießt das weltweite Renommee, das dafür notwendig ist.

Herzlichen Gruß

Markus Hüfner

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