Aufklärung vor Verordnung

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Manche denken, dass ich Antidepressiva verteufeln würde und ablehne. Das stimmt nicht. Ich bin nicht grundsätzlich gegen die Verordnung von Antidepressiva. Angesichts der wissenschaftlichen Erkenntnisse und den schlimmen Erfahrungen von Hunderttausenden mit der Einnahme und oder dem Reduzieren und Absetzen sollten sie verantwortungsvoll eingesetzt werden und nur nach verbindlicher Aufklärung verordnet werden.

MEINE ERWÜNSCHTEN VORAUSSETZUNGEN ZUR VERORDNUNG VON ANTIDEPRESSIVA

Manche denken, dass ich Antidepressiva verteufeln würde und ablehne. Das stimmt nicht. Ich bin nicht grundsätzlich gegen die Verordnung von Antidepressiva. Angesichts der neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse und den schlimmen Erfahrungen von Hunderttausenden mit der Einnahme und oder dem Reduzieren und Absetzen dieser Medikamente sollten sie verantwortungsvoll eingesetzt werden und nur nach verbindlicher Aufklärung verordnet werden.

Hintergrund: In England wurden kürzlich die Behandlungsleitlinien für Depressionen geändert. So werden u.a. Hausärzte dazu aufgefordert einem depressiven Menschen nicht als erste Behandlungsmöglichkeit Antidepressiva anzubieten. Das ist sinnvoll, da die häufigste Verschreibung von Antidepressiva über Hausärzte erfolgt. Diese haben meist nicht das nötige Fachwissen.

Leider fehlt auch den meisten Psychiatern das nötige Wissen, wie man Antidepressiva sanft reduziert und absetzt, die körperliche Abhängigkeit wird geleugnet. Grund dafür ist, dass weder im Medizinstudium noch in der Ausbildung zum Psychiater das körperliche Abhängigkeitspotenzial von Antidepressiva Thema ist. Antidepressiva sind dort harmlose gut wirksame Medikamente.

Das sagt der angehende Psychiater Dr. Mark Horowitz in diesem Interview mit MIA

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In England gibt es eine Zusatzleitlinie bzgl. Abhängigkeit und Entzugsmanagement, die auch für Antidepressiva gilt. In dieser Leitlinie ist festgelegt, wie ein Antidepressivaentzug durchzuführen ist, damit er möglichst sanft und erfolgreich ist.

Ich habe Professor Dr. Tom Bschor, der Mitverfasser der deutschen Behandlungsleitlinie für Depressionen ist angeschrieben und gefragt ob die Leitlinien aus England übernommen werden, was wünschenswert wäre.

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Häufig wird der Patient nicht umfassend über Risiken und Nebenwirkungen von Antidepressiva aufgeklärt. Ich war in 20 Jahren bei fast ebenso vielen Psychiatern, keiner hat mich aufgeklärt.

Meine erwünschten Voraussetzungen vor Verordnung von Antidepressiva

Voraussetzung zur Verordnung von Antidepressiva ist für mich eine verbindliche und detaillierte Aufklärung des Patienten durch einen Psychiater.

Was bedeutet verbindlich?

Die Aufklärung muss verbindlich sein, verbindlich bedeutet, dasd er Patient per Unterschrift bestätigen muss, dass er von einem Psychiater aufgeklärt wurde, der Psychiater in gleicher Weise, dass er aufgeklärt hat, wie es z.B. vor einer OP oder einem medizinischen Eingriff wie einer Magenspiegelung der Fall ist. Der Patient kann dann frei entscheiden, ob er eine solche Behandlung möchte oder nicht, auch dies würde schriftlich per Unterschrift bestätigt werden. Die Aufklärung erfolgt anhand eines Aufklärungs- und Fragebogens sowie ein Gespräch.

Tatsächlich gibt es bereits so einen Aufklärungsbogen , der leider ein paar wichtige Punkte nicht berücksichtigt, aber es ist ein Anfang. (Aufklärungsbogen Antidepressiva des Landesnetzwerks Selbsthilfe seelische Gesundheit e.V. (NetzG-RLP e.V.) ),. Der Aufklärungsbogen ist nicht verbindlich sondern freiwillig und kaum ein Psychiater kennt ihn.

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Wie wird eine Depression diagnostiziert?

Vor Verordnung von Medikamenten erfolgt die Diagnostik. Leider werden hier schon oft Fehler gemacht und Fehldiagnosen gestellt, die für Patienten gravierende Folgen haben können.

Beispiel: Eine Unterfunktion der Schilddrüse hat exakt die gleichen Symptome wie eine Depression oder Angststörung. Daher sollte vor Verordnung von Antidepressiva die Schilddrüse gründlich untersucht werden. Leider ist die Diagnostik der Schilddrüse in Deutschland abenteuerlich, denn oft wird nur nach den Laborwerten und nicht nach den Symptomen die Diagnose gestellt. Der Endokrinolige Dr. Strienz kritisiert das in seinem wertvollen und wichtigen Ratgeber: Schilddrüsenunterfunktion besser auf die Symptome achten.

Die Diagnostik einer Depression erfolgt nicht evidenzbasiert z.B. durch Blutuntersuchung oder anderen Laborwerten wie Biomarkern oder anderen Untersuchen, die eine eindeutige Diagnose stellen können. Lange Zeit wurde als wissenschaftlich erwiesen propagiert, dass ein biochemisches Ungleichgewicht im Gehirn Ursache für eine Depression ist und man dieses Ungleichgewicht durch die Gabe von Antidepressiva beseitigt. Die Depression als körperliche Erkrankung des Gehirn, das mit einem Medikament repariert werden kann. An dieser Stelle sollte sich jeder Arzt und jeder Psychiater mal die Frage stellen, woher sie wissen wollen, ob ein biochemisches Ungleichgewicht von Botenstoffen wie Serotonin Ursache einer Depression ist, wenn man das Serotonin im Gehirn gar nicht bestimmen kann? Wie konnte sich diese falsche Serotoninthese solange als allgemein anerkannt halten.
Bisherige Diagnostik einer Depression

Eine Depression wird bis heute durch ein Gespräch mit einem Arzt und das Ausfüllen eines Fragebogens, der sogenannte Hamilton-Skala, ermittelt. Die Hamilton-Skala ermittelt auch den Schweregrad einer Depression. Die Hamilton Skala ist umstritten.

BOX?
Kritisiert wird, dass gleich drei Fragen sich auf das Schlafverhalten beziehen und der Test deswegen eine Verbesserung bei Schlafstörungen im Vergleich zu anderen Bereichen stärker abbildet.[2] Deswegen entstünde der Eindruck, dass sedierende Medikamente zu einer stärkeren Verbesserung führen, als aktivierende Medikamente.[2] Auch kognitive und psychomotorische Symptome seien vergleichsweise unterrepräsentiert.[2] Wegen der unterschiedlichen Gewichtung verschiedener Symptombereiche können deswegen trotz gleichem Wert sehr unterschiedliche Symptome vorliegen.[2]

Die Hamilton-Skala sei eine unökonomische Skala, weil sie auf 5 bis 6 Fragen reduziert werden könne, ohne merkliche Einbußen bezüglich der Testgütekriterien (Reliabilität und Validität).[7]

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Hamilton-Skala

Eine weitere Möglichkeit den Schweregrad einer Depression zu ermitteln ist das Beck-Depressions-Inventar, auch Beck Depressionsbogen genannt.

In diesem Interview spricht der Michael Hengartner mit depression-heute.de, warum immer mehr Antidepressiva verordnet werden und was getan werden muss, damit es nicht mehr so viele Fehldiagnosen gibt.

Steht anhand der möglichen Untersuchungen und Auswertung der genannten Fragebögen fest, dass eine Depression vorliegt und auch der Schweregrad feststeht, erfolgt die Überlegung des Facharztes, welche Therapie geeignet ist?

Meist wird dann ein Antidepressiva verschrieben. Am häufigsten werden Antidepressiva aber von Hausärzten verschrieben, denen das nötige Fachwissen fehlt und die leichtfertig Antidepressiva verschreiben, nicht nur bei Depressionen sondern auch vielen anderen Indikationen. Darauf hat die neue englische Behandlungsleitlinie reagiert und fordert Hausärzte dazu auf, nicht als erste Behandlung bei Depressionen Antidepressiva zu verordnen sondern u.a. eine Psychotherapie wie MBCT der Oxford Universität, die auch zur Rückfallvorsorgung eingesetzt wird mit großem Erfolg.

Welche Informationen sollte ein Aufklärungsbogen enthalten?

Um Fehldiagnosen zu vermeiden sollte der Aufklärungsbogen abklären, welche Untersuchungen durchgeführt wurden oder nicht. Hier wichtig: Kontrolle der Schilddrüse wie von Dr. Strienz gefordert. Der Arzt erklärt dem Patienten, dass abgeklärt werden muss, ob eine Depression oder eine Unterfunktion der Schilddrüse vorliegt.

Informationen über die Wirksamkeit von Antidepressiva

Antidepressiva wirken nur bei jedem 5. Patienten, wenn man ein Antidepressiva probiert hat und dieses keine Wirkung zeigt, sollte lt. Prof Bschor kein anderes Antidepressiva probiert werden, da die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass dieses auch nicht wirken wird. Der Grund dafür ist, dass alle Antidepressiva nach dem gleichen Prinzip funktionieren. Die Hauptwirkung liegt beim Placeboeffekt, der bei 75-83% je nach Studie liegt. Die pharmakologische Wirkung von Antidepressiva beträgt nicht mal 20%.

Aufklärung über das erhöhte körperliche Abhangigkeitspotenzial, Antidepressiva sollten nicht länger als ein halbes bis maximal 1 Jahr eingenommen werden, da mit der Einnahmedauer das Risiko der körperlichen Abhängigkeit stark ansteigt, da Antidepressiva mit der Zeit den Serotoninspiegel im Körper stark senken (hier wird 95% des gesamten Serotonins produziert im Gehirn nur 5%, den Spiegel im Körper kann man messen, den im Gehirn nicht) und es zu einem sogenannten Serotonin Defizit Syndrom kommen kann. Fast alle im Beipackzettel von Antidepressiva genannten Nebenwirkungen sind Ursache dieses Syndroms.

Aufklärung über die Häufigkeit, Dauer und Schwere von Entzugssymptomen beim Entzug von Antidepressiva (Studie).

Aufklärung über gravierende Nebenwirkungen.

Antidepressiva können Depressionen auslösen oder verstärken
Antidepressiva können Manien auslösen bzw. verstärken

Antidepressiva können eine Akathisie auslösen bzw. verstärken.

MISSD

Antidepressiva können impotent machen bzw. die Libido schwächen und Studien zeigen, dass die Impotenz bzw. Libidoschwäche auch nach Beendigung einer Behandlung mit Depressionen bestehen bleiben kann.

2016 wurde eine Studie zum Thema Suizidrisiko bei der Einnahme von Antidepressiva erstellt. Ergebnis: Antidepressiva können das Suizidrisiko nicht nur erhöhen, Antidepressiva können Suizide sogar auslösen. Die Forscher ermittelten ein um 50% höheres Suizidrisiko bei unter 18jähringen durch die Einnahme von Antidepressiva und eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Suizide und aggressives Verhalten bei Erwachsenen.10.1.

Kein Tag vergeht, an dem nicht über brutale Gewalttaten berichtet wird. Fanatische Selbstmord-Attentäter in Paris und Nizza, Amokläufer in München und Orlando, ein Co-Pilot der 149 Menschen bei seinem Suizid mit in den Tod reißt.

Antidepressiva können feindselig und aggressiv machen und Gewalttaten auslösen. Bereits 2004 warnte die FDA davor, dass SSRI-Antidepressiva Angst, Erregungszustände, Panikattacken, Schlaflosigkeit, Gereiztheit, Feindseligkeit, Impulsivität, Akathisie (starke Ruhelosigkeit), Hypomanie (abnormale Aufgeregtheit) und Manie (Psychose, charakterisiert durch übersteigerte Gefühle, Größenwahn) verursachen können.11

Bei leichten bis mittelschweren Depressionen wirken Antidepressiva nicht besser als ein Placebo. Daher sollten sie, wie in der englischen Leitlinie gefordert nur noch bei schweren Depressionen eingesetzt werden.

Bei schweren Depressionen sollten Antidepressiva verordnet werden.

Antidepressiva sind kein Ersatz für eine Psychotherapie, sie behandeln nur Symptome, können eine Depression aber nicht heilen.

Überdosierung bei SSRI und SNRI

Dauer der Behandlung

Hengartner Interview depression-heute.de

Dort dürfen Antidepressiva nur noch bei schweren Depressionen verordnet werden, bei leichten und mittelschweren Depressionen wird Psychotherapie empfohlen u.a. auch die MBCT achtsamkeitsbasierte kognitive Verhaltenstherapie der Oxford Universität. Diese wird auch präventiv, also um weitere depressive Episoden zu vermeiden empfohlen , das hat sich in Studien als sehr erfolgreich erwiesen. Hausärzte werden aufgefordert keine Antidepressiva mehr als erstes anzubieten sondern alternativen, wie MBCT.

Die im Beipackzettel von SSRI/SNRI empfohlenen Dosen sind zu hoch, weshalb man davon ausgeht, dass diese Medikamente in der Regel überdosiert verschrieben werden (dies wiederum verlängert und erschwert das spätere Reduzieren und Absetzen enorm, da man nur sehr langsam reduzieren sollte, die empfohlene Vorgehensweise, die sich hier bewährt hat ist 10% der jeweiligen vorherigen Dosis alle 4-8 Wochen. Wie lange so ein Entzug dann bei 40mg Paroxetin oder mehr als 100mg Venlafaxin dauern kann, kann man sich leicht ausrechnen, wir sprechen dann von Monaten und Jahren), das zeigt eine Studie zur Rezeptorenbelegung.
https://die-psychopharmaka-falle.de/absetzmethode-zur…
Diese wurde u.a. von Dr. Mark Horowitz durchgeführt, der nicht nur Psychiater sondern auch selbst Betroffener ist u seit 12 Jahren Antidepressiva einnimmt und versucht abzusetzen. Er war sehr überrascht, als es zu starken Symptomen kam, wie er in einem Interview mit Mad in America zugab. Er sagte, weder im Medizinstudium noch in seiner Ausbildung zum Psychiater würde das thematisiert. Antidepressiva werden dort als harmlos bezeichnet. Er gab auch zu, dass wenn er es nicht selbst erlebt hätte, er einem Patienten, der in seine Praxis gekommen wäre ,der sagen würde dass er sein Antidepressiva nicht absetzen kann wegen starker Symptome, er ihm mit großer Wahrscheinlichkeit nicht geglaubt hätte.
Diese Medikamente sind in kleinsten Mengen hochpotent, was bedeutet, dass sie eine starke Wirkung auf den gesamten Organismus haben. Dabei liegt die pharmakologische Wirkung nur bei 20%, das sagt auch Prof Dr Tom Bschor Mitverfasser der Behandlungsleitlinie unipolare Depression in seinem Buch. Der Placeboeffekt liegt je nach Studie bei 75 bis 83%.

Für mich ist eine Nutzen-Risiken-Abwägung entscheidend dafür ob ein Medikament gegeben werden sollte oder nicht und das steht bei den SSRI SNRI in keinem verantwortbaren Verhältnis. Daher bin ich dafür, dass die SSRI und SNRI Antidepressiva nicht mehr neu verschrieben werden dürfen, damit es nicht immer mehr Betroffene gibt, die ihr SSRI SNRI nicht mehr absetzen können. Wer sie bereits nimmt, soll sie auch weiter nehmen können.

Die Behandlungsleitlinien müssen geändert werden, man sollte die von England übernehmen.

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Das bin ich: Blogger, Webdesigner und Künstler. In diesem Blog schreibe ich über meine Erfahrungen mit der Heilkraft der buddhistischen Psychologie und dem Absetzen von Psychopharmaka. Ich gebe wertvolle Tipps und zeige einen erfolgreichen Weg aus der Psychopharmaka-Falle durch das A-B-S-Konzept.