Gemälde »Der Schrei&lquo; von Edvard Munch© Gemälde »Der Schrei&lquo; von Edvard Munch

Was die Möglichkeit aktive Sterbehilfe zu bekommen für mich bedeuten würde

Lesedauer: 10 Minuten

Mit diesem Beitrag begebe ich mich auf dünnes Eis. Es ist mein tiefster Wunsch, der ALLES, wirklich ALLES ändern würde: Das Recht in Würde zu sterben. Ich möchte die Gewissheit haben, dass ich gehen darf, wann und wie ich es will. Ich möchte nicht immer wieder in die »Suizidfalle« geraten. Leiden gehört zum Leben, keine Frage. Es kann aber nicht Sinn des Lebens sein, die ganze Zeit zu leiden, das Leiden muss enden, das sagt der buddhistische Lehrmeister Thich Nhat Hanh und befürwortet aktive Sterbehilfe.

 

Hinweis: Dies ist ein zweiteiliger Beitrag. Im ersten Teil geht es darum, warum es keine aktive Sterbehilfe in Deutschland gibt, warum es sie meiner Meinung nach geben sollte und vom Großteil der Bevölkerung auch gewünscht ist:

Lebensrecht ist kein Lebenszwang: Die wahren Gründe, warum es in Deutschland keine aktive Sterbehilfe gibt.

In diesem zweiten Teil geht es darum, was es für mich bedeuten würde jederzeit aktive Sterbehilfe zu bekommen.

Achtung: Dies ist keine Ankündigung zum Suizid! Für mich kommt aus ethischen Gründen nur Sterbehilfe infrage.

Ethik und Suizid: Warum für mich nur Sterbehilfe infrage kommt

  • Ich möchte die Gewissheit haben, dass ich gehen darf, wann und wie ich es will. Ich möchte nicht immer wieder in die »Suizidfalle« geraten.
  • Ich möchte selbst bestimmt und frei sterben können.
  • Ich möchte nicht allein sterben. Ich möchte in Anwesenheit meiner Liebsten sterben.
  • Ich möchte meine Organe spenden, damit andere, die weiterleben wollen, das können. Wenn ich mir gewaltsam das Leben nehme, ist das nicht mehr möglich. Für mich gibt es kein zufriedeneren Tod, als zu wissen, dass mein Tod anderen Menschen das Weiterleben ermöglicht.
  • Schließlich möchte ich niemanden sein Leben zerstören, wie dem Lokführer, der mich überfährt oder dem Rettungsdienst und vor allem nicht meinen Eltern.

Leider ist das in diesem Land nicht möglich!

Für mich ist es ein Verbrechen, das dies bei uns nicht möglich ist und die Gründe dafür sind nicht so edelmütig, wie von Staat und der Kirche stets behauptet.

Warum ich die Möglichkeit einer aktiven Sterbehilfe brauche

Ich möchte gar nicht sterben, jedenfalls nicht jetzt, selbst wenn es möglich wäre, wie ich es ethisch und für würdevoll halte. Das ist der Punkt!

Ich glaube, dass ist der Wunsch der meisten Menschen. Die Studie ist da eindeutig.

Ich möchte nur die Garantie, die absolute Sicherheit haben, dass wenn mein Leiden nicht mehr zu ertragen ist, ich aktive Sterbehilfe bekomme. Ich habe neben den ethischen Gründen auch Leitfäden, an denen ich mein Leben ausrichte:

» Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn macht, egal wie es ausgeht. «Vaclav Havel, Ehemaliger Präsident der Tschechischen Republik

» Im Leben geht es nicht darum, was Du vom Leben erwartest sondern was das Leben von Dir erwartet: Da gibt es Menschen, die Dich brauchen und eine Arbeit, die getan werden muss. «Viktor Frankl, KZ-Überlebender, Psychologe und Autor

Gäbe es aktive Sterbehilfe für jeden (über die Bedingungen kann man beraten, z.B. Volljährigkeit, alle medizinischen und therapeutischen Möglichkeiten wurden ausgeschöpft usw.) würde das ALLES einfach ALLES ändern!

Die Jugend heutzutage nennt das einen Gamechanger. Ein Gamechanger ist eine Person, ein Gegenstand oder eine Situation, die ALLES ändert!

  • Ich müsste mir nie mehr Gedanken darüber machen, wie begehe ich Suizid mit der Sicherheit, das es auch funktioniert und ich nicht Querschnittsgelähmt bin oder im Koma liege.
  • Ich müsste nicht allein sterben, meine Liebsten wären bei mir und wir könnten uns voneinander verabschieden.
  • Ich möchte auch niemand Unbeteiligtes das Leben zerstören, z.B. den Zugführer oder den Lkw-Fahrer, der mich überrollt und auch nicht die Ersthelfer vor Ort, die meine Leichenteile zusammen suchen.
  • Ich würde gerne meine Organe spenden, damit andere Menschen, die weiterleben wollen, das zu ermöglichen. Bei einem gewaltsamen Suizid ist das nicht mehr möglich.

Der Grund: Das Martyrium eines Langzeitentzugssyndrom von SSRI-Antidepressiva nach Langzeiteinnahme

Im Beipackzettel von jedem SSRI/SNRI-Antidepressiva steht das SSRI-Absetzsyndrom als Folge von reduzieren und absetzen dieser Antidepressiva. Es wird dort stark verharmlost. Es dauert nicht länger als einige Tage bzw. Monate und hat nur geringe Symptome. Was für die Kurzzeitanwendung von Antidepressiva von nicht länger als einem Jahr angeht, mag das noch zutreffen.

Nach mehreren Jahren wird aus dem SSRI-Absetzsyndrom ein SSRI-Langzeitentzugssyndrom. Ein Langzeitentzugssyndrom ist ein kaum zu ertragender permanenter Zustand aus körperlichen und psychischen Entzugssymptomen (siehe DESS-Checkliste),die mehr oder weniger stark ausgeprägt sind.

Ich habe durch viele gescheiterte Versuche viele physische und psychische Entzugssymptome angesammelt, denn es bleibt nach jedem gescheiterten Entzugsversuch etwas zurück. Ein neues Entzugssymptom taucht auf und geht nicht mehr oder ein bestehendes verstärkt sich. Das Nervensystem reagiert auf kleinste Veränderungen, wie eine Reduzierung um wenige mg immer sensibler und schneller mit immer stärkeren Entzugssymptomen, man gerät in einen Teufelskreis und niemand kann sagen, wann das endet.

Mein Psychotherapeut zeigt das für chronische Schmerzen und es lässt sich auf den Entzug perfekt übertragen:

Quelle:© Schritt ins Leben | Warum tut immer mehr weh? Wie chronische Schmerzen Dich immer empfindlicher machen

Das Gehirn muss wieder lernen, was es vor dem Eingriff der Psychopharmaka getan hat, denn das Gehirn interpretiert künstlich hinzugefügte Substanzen wie Psychopharmaka relativ schnell als körpereigene Stoffe und denkt: »Ah, das brauche ich nicht mehr zu tun, das übernimmt jetzt etwas anderes.«

Bei mir wurde leider von Anfang an alles falsch gemacht, was man falsch machen kann und wenn man es nicht von Anfang an richtig macht, dann ist das Kind quasi schon in den Brunnen gefallen.

Ich nehme vier 4 verschiedene Psychopharmaka in Maximaldosis, ich habe bereits zwei Benzodiazepinentzüge hinter mir, die die Hölle waren, aber sie endeten spätestens nach einem bis zwei Jahren. Das SSRI-Antidepressiva, dass ich seit 2009 einnehme, konnte ich trotz vieler Versuche bis heute nicht absetzen.

Mein Leid und Schmerz endet erst, wenn die Medikamente abgesetzt sind und das Gehirn sich wieder »remodelliert« hat und niemand weiß, wie lange das dauert.

Psychopharmakaentzüge sind unberechenbar.

Das, was ich vor mir habe und insbesondere in Verbindung mit dem was ich schon durchgemacht habe, ist im Grunde eine Mission Impossible. Wenn ich darüber nachdenke, das das für den Rest meines Lebens so sein könnte, wenn wieder mal ein Versuch gescheitert ist und die zunehmende Dauer an Entzugssymptomen, die ununterbrochen da sind, mit denen ich seit 10 Jahren überlebe, dann ist da eine extrem große Ohnmacht!

Daher hat mein Psychotherapeut nun die Diagnose PTBS (Post-traumatische-Belastungsstörung) gestellt.

Gedanken sind Worte, Bilder oder Filme in unserem Kopf

Wir alle kennen sie: sich wiederholende Gedanken, Bilder oder Filme in unserem Kopf, denn nichts anderes sind Gedanken. In der Psychologie nennt man das »Glaubenssätze«. Diese Glaubenssätze können extrem real sein. Es tauchen Worte, Sätze, Bilder oder Filme (das berühmte Kopfkino) auf, die mit unseren Gefühlen verschmelzen und auf einmal hört, sieht, fühlt es sich wie die pure Wahrheit an. Wenn Du da drin steckst, kommst Du so schnell nicht wieder raus. Ist Dir schon mal aufgefallen, dass sich Gedanken in Deinem Kopf anhören, als würdest Du diese mit Deiner Stimme sprechen und wenn es die eigene Stimme ist, die das alles sagt, dann denken wir: das stimmt wohl, schließlich sage ich es ja und Ich bin ein Mensch, ein logisch denkendes Wesen. Das stimmt leider nicht. Der Mitbegründer von ACT Stephen Hayes sagt:

Der Mensch ist kein logisches sondern ein psychologisches Wesen.

Tatsächlich treffen wir Entscheidungen viel öfter aus einer Emotion heraus. Dafür gibt es bekannte Beispiele:

  • Der Brexit. Nachdem die Wahllokale geschlossen hatten verzeichnete der Suchmaschinenbetreiber Google einen starken Anstieg bei der Suche nach dem Begriff Brexit und Folgen. Die meisten Briten hatten für den Brexit gestimmt ohne zu wissen, was das für Konsequenzen für sie persönlich hat. Eine Protestwahl aus einer starken Wut heraus.
  • Donald Trump als US-Präsident,
  • das leugnen der Klimakatastrophe
  • der Glaube an das ewige Wirtschaftswachstum bei begrenzten Ressourcen (statt Wirtschaftswachstum sollte man den Begriff Wachstum durch gesteigerten Verbrauch ersetzen, denn das ist es ja. Das schlägt der Sozialpsychologe Harald Welzer in seinen Büchern vor.

Nichts davon ist logisch!

In ACT nennt man sich wiederholende Glaubenssätze» Geschichten«, die uns unser Verstand erzählt, der uns an den Haken nimmt und mitten hineinzieht in diese Geschichte, meist in die Zukunft oder die Vergangenheit.

Wenn Du darin geübt bist kannst Du das erkennen und mit einer Technik aus ACT, der Entschärfung das stoppen bzw. beenden. Ah, da ist sie wieder, die Geschichte …. hier wählst Du einen passenden Titel, wie man dazu kommt, zeigt diese ACT-Übung.

Das ist eine von vielen Entschärfungsmöglichkeiten von Geschichten, die sich absolut real anhören, fühlen und spüren. Diese Entschärfung dient dazu Abstand zu Deinen Gedanken zu bekommen, wenn Du erkennst, das da nur Worte und Bilder oder Filme in Deinem Kopf sind, kannst Du Dich vom Haken lösen. Meine Geschichte hat den Titel

Die Suizidfalle

10 schlimme Gedanken und was sie Dir sagen wollen

Im Buch von Russ Harris über ACT fordert er den Leser auf, die 10 schlimmsten Gedanken aufzuschreiben, die wiederkehren. Meine zehn schlimmsten Gedanken sind:

  1. »Ich bin nicht leidensfähig genug«
  2. »Ich werde am Sterbeprozess meines Papas zerbrechen.«
  3. »Ich werde niemals die Psychopharmaka absetzen können.«
  4. »Ich werde Suizid begehen, weil ich es nicht mehr lange ertrage anzusehen, wie mein Papa mit Rollator sich sehr langsam bewegt und geistig verfällt.«
  5. »Ich glaube nicht mehr daran, dass mir irgendjemand oder irgendwas helfen kann.«
  6. »Ich habe kein Vertrauen in mich und die Selbstheilungskräfte meines Körpers«
  7. »Ich ertrage die Verlustangst nicht mehr«
  8. »Ich werde einsam und allein sterben«
  9. »Mein Papa muss ins Pflegeheim und ich werde das nicht ertragen« »Mein Leid wird niemals enden«

  10. »Mein Papa wird sterben und meine Mama kommt in die Psychiatrie und ich begehe Suizid«

Die Geschichte von der »Suizidfalle«

Die bei weitem qualvollste Geschichte ist die Geschichte von der Suizidfalle! Es ist eine Gratwanderung, ich stehe permanent am Rand dessen. Ich war da schon oft drin, manchmal für wenige Tage, Wochen bis hin zu Monaten und es reicht schon eine kleine Veränderung der Medikation oder eine leichte psychische Destabilisierung oder physische Verschlechterung des Gesundheitszustandes meiner Eltern oder ein plötzlich auftauchendes neues Entzugssymptom bzw. die Verstärkung aus und ich stürze in die Suizidfalle.

Richtig bedrohlich wird das ganze wenn ich in der »Suizidfalle« Akathisie bekomme, bzw. die Akathisie die Geschichte von der Suizidfalle auslöst!

Alptraum Akathisie

Diese Akathisie hat nichts mit dem zu tun, was man hier in deutschen Psychiatrien als Bewegungsunruhe bezeichnet oder auch Restless Legs-Syndrom. Akathisie wird stark verharmlost! Kaum ein Psychiater hier weiß, das eine akute starke Akathisie lebensbedrohlich sein kann!

Die »Stiftung für medikamenteninduzierte Suizidprävention und Aufklärung« kurz MISSD erklärt Akathisie so:

Bei der Akathisie handelt es sich um eine Störung, die als Nebenwirkung von Medikamenten (einschließlich SSRI und Antipsychotika) ausgelöst wird und bei der eine Person eine so starke innere Unruhe verspürt, dass sie zu Gewalttaten und/oder Selbstmord getrieben wird.

2019 ICD-10-CM Diagnoseschlüssel G25.71

Die Symptome einer Akathisie sind eine Zunahme von:

  • Körperlicher/innerer Unruhe
  • Angstzuständen/Panikattacken
  • Aufregung
  • Impulsivität
  • Aggressivität
  • Schlaflosigkeit
  • Reizbarkeit
  • Feindseligkeit

Eine Zunahme dieser Symptome kann zu Gewalttätigkeit, Selbstverletzung und Suizid führen.

Quelle:© MISSD https://missd.co/ | What is Akathisia?

Stimmen von Betroffenen in deren eigenen Worten:

Quelle:© MISSD https://missd.co/ | Akathisia in their own words

Auf dem Youtube-Kanal von MISSD gibt es weitere Videos, die erklären, was Akathisie ist und welche Medikamente diese auslösen können:

MISSD gibt auch Hinweise, was medizinische Fachkräfte tun sollten:

  • Oft sind die Betroffenen zu sehr in das Geschehen verstrickt, um ihre Symptome zu erkennen. Es ist wichtig, alle Patienten bei der Verschreibung von Medikamenten zu überwachen, insbesondere wenn sie mit der Einnahme beginnen, sie absetzen oder die Dosierung ändern.
  • Telefonische Nachbetreuung und Arztbesuche
  • Weisen Sie die Betroffenen darauf hin, auf Symptome zu achten.
  • Schlagen Sie vor, Angehörige zu informieren, dass das Medikament eingenommen wird.
  • Weisen Sie die Betroffenen an, sofort einen Arzt anzurufen oder einen Arzt aufzusuchen, wenn sich die Symptome verstärken.

Akathisie kann sowohl Nebenwirkung als auch Entzugssymptom verschiedener Medikamente sein, dazu zählen auch SSRI-Antidepressiva. Man schätzt, das etwa 5 % aller Betroffenen Akathisie haben, die Dunkelziffer ist mit großer Wahrscheinlichkeit deutlich größer!

Persönliche Erfahrungen mit Akathisie

Ich habe in 12 Jahren 3 x Akathisie erlebt. Die schlimmste hielt über 3 Wochen an! Die Symptome der Akathisie triggern das Angstzentrum, die Amygdala, der Körper reagiert sofort mit der Bereitstellungsreaktion und dem Kampf, Flucht, Totstellen! Es ist nicht möglich gegen eine Akathisie zu kämpfen und davor davon zu laufen ist auch nicht möglich, daher bleibt zur das Totstellen! Diese drei Notfallprogramme haben den Urzeitmenschen überleben lassen. Leider kann unser Verstand bis heute nicht zwischen einer echten Bedrohung und neurotischen Zuständen unterscheiden und reagiert darauf, als wäre es eine lebensbedrohliche Situation. 3 x Akathisie

Beschreibung der Suizidfalle

Wenn ich in der »Suizidfalle« stecke, tief unten auf einem bröckelnden Absatz und in ein bodenloses Loch starre, dann bekomme ich morbide Gedanken

Wenn ich da drin stecke verkrampft der Körper, er zieht sich zusammen in die embryonale Stellung im Mutterleib (Schutzhaltung), dazu zittert der ganze Körper und alle Muskeln sind angespannt. Es läuft mir eiskalt den Rücken runter, Arme und Beine kribbeln extrem stark, als ob Ameisen durch meine Venen laufen würden, der Tinnitus wird lauter, ich bekomme Enge in der Brust, als ob etwas ausbrechen wolle, wie ein Vulkan und all das mit Gefühlen wie Angst verschmilzt, dann erfahre ich starken Druck und Drang, in Form von sich mir aufdrängenden Suizidgedanken, dann wird es eng! Bisher konnte ich mich immer wieder aus der Suizidfalle befreien aber ich habe große Angst, das es mir irgendwann nicht mehr gelingt und was dann passiert!

Und da wünsche ich mir die Gewissheit, dass ich aktive Sterbehilfe bekommen kann, wenn es nicht mehr zu ertragen ist und ich bin mir sehr sicher, wenn ich diese Exit-Strategie hätte, dass ich mir gar nicht das Leben nehmen würde oder anders mir das Leben nehmen würde, im Sinne von voll zupacken und zu feiern, das ich lebe.

Wenn man täglich Suizidgedanken und Druck und Drang zum Suizid erlebt, wenn die Entzugssymptome nicht aufhören, die Schmerzen nicht aufhören, diese Koliken und Panikzustände immer öfter auftauchen, wenn das Reduzieren immer wieder scheitert, eine Hoffnung nach der anderen wie eine Seifenblase zerplatzt und ich solange in der Suizidfalle feststecke, für wenige Tage oder auch für Monate, bis eine neue Hoffnung, ein Licht am Horizont erscheint, und ich mich aus der Suizidfalle befreit habe, schon so oft, das ich es nicht mehr zählen kann über Jahre, da entsteht eine existenzielle Bedrohung und ich wünsche mir nichts anderes, als diese Sicherheit, so gehen zu dürfen, wie ich das möchte.

ACT gründet, wie alle neueren Verhaltenstherapien auf der buddhistischen Psychologie. Das erfordert ein radikales Umdenken im Vergleich zur kognitiven Verhaltenstherapie. Ich hatte und habe das große Privileg einen großartigen Psychotherapeut zu haben, der selbst Buddhist ist und dank ihm habe ich 2012 angefangen die Lehren Buddhas zu studieren, zunächst nur säkular seit kurzem bin ich gläubiger Buddhist in der Tradition des engagierten Buddhismus von Thich Nhat Hanh.

Bleibt die Frage, warum es diese Auseinandersetzung mit dem Tod und dem Sterben in dieser Gesellschaft nicht gibt?

Warum der Tod das Leben erst lebenswert macht

Der Tod gehört zum Leben, er ist ein Geschenk, denn er macht das Leben erst lebenswert. Er sagt: Deine Lebenszeit ist begrenzt und er stellt uns existenzielle Fragen:

  • Was möchtest Du mit Deiner beschränkten Zeit mit Deinem Leben anfangen?
  • Was möchtest Du mit Deiner beschränkten Zeit mit Deinem Leben anfangen?
  • >Was soll mir im Leben wichtig gewesen sein?
  • von welchen Werten soll mein Leben geleitet worden sein?
  • Was soll meinem Leben einen Sinn verliehen haben?
  • Wie will ich dazu beigetragen haben, um diesen Planeten zu einem besseren Ort für alle Lebewesen zu machen?

Bleibt die Frage, warum es diese Auseinandersetzung mit dem Sterben und dem Tod in der westlichen Wohlstandsgesellschaft nicht gibt?

Die Politik hat kein Interesse, weil befürchtet wird, dass mehr Menschen Sterbehilfe in Anspruch nehmen und dem Staat nicht mehr finanzieren.

Vom Naturwesen zur Maschine

Der Mensch, insbesondere in der westlichen Wohlstandsgesellschaft hat jeden Kontakt zu sich selbst verloren und glaubt über allen anderen Lebewesen zu stehen. Er sieht sich immer weniger als Naturwesen und mehr als eine logisch denkende und arbeitende Maschine, bei der Teile ersetzt werden können, wenn sie kaputt gehen. Der Neurobiologe Gerald Hüther nennt das dieDie Reparaturmedizin.

Fehlende politische und gesellschaftliche Debatte über aktive Sterbehilfe

Wie das möglich sein könnte, wie eine aktive Sterbehilfe geregelt werden könnte, die das berücksichtigt und stets zunächst das Weiterleben an erste Stelle stellt, das Recht auf körperliche Unversehrtheit, dann aber die Möglichkeit bietet selbst bestimmt zu sterben, darüber müsste debattiert und diskutiert werden. Leider gibt es solch eine Debatte nicht, weder in Politik, Kirche noch in der Gesellschaft. Der Tod, das Sterben und aktive Sterbehilfe sind und bleiben Tabuthemen.

Wenn wir den Tod nicht würdigen und wertschätzen, wie können wir dann ein würdevolles und wertschätzendes Leben führen?

In anderen Kulturen wird der Tod gefeiert, bunt und fröhlich, so wie das Leben, so z.B. in Mexico.

Als Buddhist habe ich eine neue Sichtweise auf das Sterben und den Tod kennengelernt. Das Universum, in dem wir leben besteht aus Energie und Materie. Ein Satz der Thermodynamik des Universums lautet Energie und Materie können nicht in das nichts verschwinden, sie können sich nicht auflösen, sie können auch nicht aus dem nichts kommen, sie können nur transformiert werden. Thich Nhat Hanh erklärt dies sehr schön anhand einer Wolke am Himmel:

Stell Dir vor, du blickst hinauf in den Himmel
und siehst eine wunderschöne Wolke,
und Du magst die Wolke so sehr.
Doch plötzlich ist die Wolke nicht mehr da.
und du denkst, sie ist gestorben.
Wo ist meine geliebte Wolke jetzt?
Doch wenn Du Zeit hast,
nachzudenken, hinzusehen,
dann siehst Du,
dass die Wolke nicht gestorben ist.
Die Wolke ist Regen geworden.
und wenn Du den Regen ansiehst,
dann siehst Du Deine Wolke.
und wenn du deinen Tee achtsam trinkst,
dann siehst du den regen in deinem Tee,
und deine Wolke.
und du sagst: hallo meine Wolke,
ich weiß, dass du nicht gestorben bist.
Du lebst noch, in einer neuen Gestalt.

Wenn wi

 

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Aloha

Veröffentlicht von

Mein Name ist Markus Hüfner. Ich bin Blogger, Webdesigner und Künstler. In diesem Blog schreibe ich über meine Erfahrungen mit der Heilkraft der buddhistischen Psychologie und dem richtigen Reduzieren und Absetzen von Psychopharmaka auf Stand der aktuellen Wissenschaft.