Leserbriefe an die Fuldaer Zeitung

Der Konsum ist die neue Religion

Leserbrief zum Gastkommentar »Unseren Kindern wird es 2030 schlechter gehen als heute« von Henning Lindhoff in der Fuldaer Zeitung (21. September, Seite 4)

In einem Punkt gebe ich Ihnen Recht, Herr Lindhoff: Unseren Kindern wird es 2030 tatsächlich schlechter gehen als uns heute – doch der Grund dafür ist, dass Wachstum in reichen Gesellschaften keine Probleme löst, sondern Probleme schafft, durch soziale Ungerechtigkeit und Förderung von Egoismen, wie der Sozialpsychologe Harald Welzer sagt.

Mit großer Sorge sehe ich, wie die Deutschen sich einer neuen Religion zugewandt haben, nämlich dem Konsumismus, und der freie Markt beinahe, wie ein lebendiges Wesen mit Gefühlen behandelt werden muss, der gepflegt und beschützt werden muss vor denen, die eine gerechte Umverteilung des Vermögens, mehr direkte Demokratie und Selbstbestimmung wollen. Wir haben uns dieser Religion ausgeliefert, weil sie alternativlos sei, doch das ist ein großer Irrtum. In dieser Religion dürfen die einen daran verdienen (die reichsten 10 Prozent in Deutschland), der Rest muss daran glauben und finanziert durch seine Produktivität den Lebensstandard dieser reichen „Elite“.

Die Ressourcen der Erde sind endlich. Wohlstand für alle durch ewiges Wachstum ist nicht möglich. Man muss kein »Wirtschaftsexperte« sein, um festzustellen, dass wir mit diesem Wirtschaftssystem nicht durch das 21. Jahrhundert kommen und unseren Kindern eine zerstörte Welt hinterlassen, in der es kein Mitgefühl und keine Menschlichkeit mehr gibt. Bitte wachen Sie auf, auch Sie Herr Lindhoff bevor es zu spät ist.

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Das bin ich: Blogger, Webdesigner und Künstler. In diesem Blog schreibe ich über meine Erfahrungen mit der Heilkraft der buddhistischen Psychologie und dem Absetzen von Psychopharmaka. Ich gebe wertvolle Tipps und zeige einen erfolgreichen Weg aus der Psychopharmaka-Falle durch das A-B-S-Konzept.

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