Online-Tagebuch Antidepressivum absetzen durch 5-HTP

Dieses Tagebuch dokumentiert meinen (hoffentlich) erfolgreichen Weg aus der Abhängigkeit von Paroxetin, einem SSRI-Antidepressivum (die angeblich nicht abhängig machen) durch die Behandlung mit 5-HTP, einer Vorstufe von Serotonin, das natürlich in der Griffoniapflanze vorkommt.

Erklärung:

Die Langzeiteinnahme von SSRI-Antidepressiva kann zu einem Serotoninmangel führen, der zahlreiche Beschwerden und gesundheitliche Schäden verursachen kann (die man alle unter den Nebenwirkungen im Beipackzettel von SSRI-Antidepressiva aufgelistet wiederfindet), dann spricht man von einem »Serotonin-Defizit-Syndrom«. SSRI-Antidepressiva erhöhen zwar das Serotonin im Gehirn signifikant, wirken bei leichten und mittelschweren Depressionen aber kaum besser als ein »Placebo« (siehe Kirsch-Studie).

Gleichzeitig senken diese Medikamente den Serotoningehalt im restlichen Körper, wie dem zentralen Nervensystem und peripheren System (Gewebe, Blut) teilweise stark. So lassen sich auch fast alle Nebenwirkungen dieser Medikamente erklären sowie die Probleme beim Absetzen. Ein Serotonin-Defizit-Syndrom behandelt man durch die zusätzliche Gabe von 5-HTP, einer Vorstufe von Serotonin, das natürlich in der Griffoniapflanze vorkommt. Es soll den niedrigen Serotoninspiegel wieder ausgleichen. Ist der Serotoninspiegel wieder im Normbereich, beginnt die langsame Reduzierung des Antidepressivum bei weiterer Gabe von 5-HTP. So sollen starke Absetzsymptome verringert werden und der Entzug leichter gelingen.

Zum besseren Verständnis ist es wichtig zu wissen
, was Serotonin ist, die Funktionen von Serotonin im menschlichen Körper zu kennen und wie SSRI-Antidepressiva diese beeinflussen.

Hinweis: Eine Behandlung mit 5-HTP zum Entzug von SSRI-Antidepressiva sollte nur in Begleitung und unter regelmäßiger Kontrolle des Serotoninspiegels durch einen erfahren Experten erfolgen, da ein zu hoher Serotoninspiegel zu einem lebensgefährlichen Serotonin-Syndrom führen kann. Die Gefahr durch die gleichzeitige Gabe von 5-HTP ein Serotonin-Syndrom zu bekommen ist aufgrund des weiten Normbereichs eines normalen Serotoninspiegels, der zwischen 120 und 480 liegt, allerdings sehr gering. Diese Behandlungsmethode ist den meisten Psychiatern kaum bekannt und gilt daher als umstritten, wohl auch aufgrund von fehlendem Wissen bzw. der Bereitwilligkeit sich damit intensiv auseinanderzusetzen und weiterzubilden.

Bitte beachte daher auch die Hinweise über Psychopharmaka allgemein und den Haftungsausschluss.

Einen qualifizierten Arzt findest Du auf der Seite der »Deutsche Gesellschaft für Prävention und Anti-Aging-Medizin e. V. (GSAAM. Der Arzt sollte idealerweise eine Zertifizierung haben (erkennbar an den Symbolen) und Psychiater/Neurologe sein.

GSAAM Arzt-Suche

Ich möchte hier niemanden falsche Hoffnungen machen: Einen solchen Experten mit Zertifizierung zu finden ist schwierig. Das gilt vor allem für die Fachbereiche Psychiatrie und Neurologie. Hinzu kommt, dass die meisten dieser Ärzte nur auf Privatbasis arbeiten und die Behandlungskosten nur von privaten Krankenkassen, nicht aber von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Nachdem ich alles andere erfolglos probiert habe und diese Behandlung schon nach wenigen Wochen zu einer deutlichen Verbesserung meines psychischen Gesundheitszustandes geführt hat, bin ich bereit die Kosten dieser Behandlung selbst zu tragen.

Allerdings hat die Forschung über die Bedeutung der Orthomolekularmedizin und der Endokrinologie bei vielen Erkrankungen enorme Fortschritte erzielt, sodass diese Fachbereiche zukünftig eine immer bedeutendere Rolle bei der Behandlung von Krankheiten spielen werden und es bleibt zu hoffen, dass die gesetzlichen Krankenkassen dieses erkennen werden.

Auch aus diesem Grund habe ich mich dazu entschieden, meine Behandlung mit 5-HTP in diesem Online-Tagebuch zu dokumentieren.

Vorgeschichte

2009 wurde mir erstmals in einer Psychiatrie Paroxetin (SSRI-Antidepressivum) verschrieben, ohne mich über die Risiken, Nebenwirkungen und das schon damals bekannte hohe Abhängigkeitspotenzial aufzuklären, obwohl Ärzte dazu verpflichtet wären. Von 2013 bis heute unternahm ich mehrere Versuche Paroxetin abzusetzen, ohne Erfolg. Der letzte Versuch erfolgte tropfenweise über einen Zeitraum von mehreren Monaten in Begleitung eines erfahrenen Psychiaters. Auch dieser Versuch scheiterte, wie alle zuvor, aufgrund von stark auftretenden Absetzsymptomen in Form von gewalttätigen Albträumen, Gewaltphantasien, stark zunehmenden Depressionen, heftigen Magenschmerzen, Akathisie und brutalen Suizidgedanken, die schließlich dazu führten, dass ich wieder benzodiazepinabhängig wurde.

Mit Beharrlichkeit suchte ich nach einem anderen Weg, das Paroxetin abzusetzen (Eigeninitiative ist hier besonders wichtig, da die meisten Psychiater eine Abhängigkeit von Antidepressiva leugnen) und stieß nach intensiven Recherchen im Internet auf die Arbeiten von Dr. Alexander Römmler zum »Serotonin-Defizit-Syndrom«.

Daraufhin schrieb ich Dr. Römmler an. Dieser empfahl mir über die Arztsuche der GSAAM einen Experten zu suchen. Im Februar 2017 begann ich eine solche Behandlung, die schon nach wenigen Monaten zu deutlichen Besserungen meines psychischen Zustandes führte.

Online-Tagebuch

Umsetzung in Arbeit.

Titelbild: © pongpunphoto | »beautiful flower Hibiscus rosasinensis« | shutterstock.com

Veröffentlicht von

Das bin ich: Blogger, Webdesigner und Künstler. In diesem Blog schreibe ich über meine Erfahrungen mit der Heilkraft der buddhistischen Psychologie und dem Absetzen von Psychopharmaka. Ich gebe wertvolle Tipps und zeige einen erfolgreichen Weg aus der Psychopharmaka-Falle durch das A-B-S-Konzept.